Beratungsstellen ziehen ins Ärztehaus

Rodgau/Rödermark (eh) - Das „Beratungszentrum Ost“ des Kreises Offenbach zieht im Sommer von Ober-Roden nach Nieder-Roden um. Im Ärztehaus am Puiseauxplatz werden zwei leer stehende Arztpraxen dafür umgebaut.

Seit September 2007 arbeiten drei Einrichtungen unter einem Dach: die Beratung für Eltern, Kinder und Jugendliche der Caritas, die Schuldner- und Insolvenzberatung des Diakonischen Werks und das Suchthilfezentrum Wildhof. Das Fachwerkhaus Schulstraße 9 in Ober-Roden, zuvor von der Caritas allein genutzt, wurde dazu technisch umgerüstet.

Dass es sich um ein Provisorium handele, sei damals schon klar gewesen, sagt Karlheinz Busse, der das Beratungszentrum seit Januar leitet. Der für 1. Juli geplante Umzug nach Nieder-Roden bringe auch einen kleinen Raumgewinn mit sich. Die Außenstelle in Seligenstadt bleibe weiterhin erhalten.

In der Ansiedlung der Beratungsstellen sieht Rodgaus Sozialdezernent Michael Schüßler einen Gewinn für die Stadt Rodgau. Das Zentrum befinde sich künftig in der Mitte des Einzugsgebiets und „am Puls des Lebens“. Ärztehaus, Sozialzentrum und S-Bahn in der Nähe: Die Lage sei ideal, um jegliche Ausgrenzung zu vermeiden.

1 880 Einzelpersonen und Familien haben im vergangenen Jahr im „Beratungszentrum Ost“ Rat und Hilfe gesucht, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Allein der Fachbereich „Eltern, Kinder und Jugendliche“ beriet 928 Familien. 649 Fälle wurden abgeschlossen, genau 100 weniger als im Jahr davor. Die Schuldner- und Insolvenzberatung bemühte sich um 919 Klienten. In die Sucht-Erstberatung kamen 33 Personen.

In der Erziehungsberatung arbeiteten letztes Jahr 4,5 Vollzeitkräfte, in der Schuldnerberatung 1,5 Stellen, die Suchtberatung war mit zehn Wochenstunden besetzt. Die Erziehungsberatung wird personell ausgedünnt, eine Stelle soll in diesem Jahr wegfallen. Die Folge ist absehbar: Kurzfristige Gesprächstermine werden Glückssache. „Konnte 49 Prozent aller Ratsuchenden 2008 innerhalb von 14 Tagen ein Beratungsangebot unterbreitet werden, ist zu befürchten, dass bei weiterer Stellenreduzierung längere Wartezeiten entstehen“, heißt es im Jahresbericht. In der Schuldnerberatung bekamen Hartz-IV-Klienten durchschnittlich innerhalb von fünf Tagen einen Termin, in Krisenfällen am gleichen Tag.

Quelle: op-online.de

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