Brände löschen wie die Großen

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Auch Klettern war angesagt bei der Rettungsübung zum Berufsfeuerwehrtag.

Rodgau (ey) - Auf die Frage, ob sie mit der Arbeit von Chester zufrieden war, antwortete Judith mit einem anerkennenden Nicken. Die Siebenjährige wurde beim Berufsfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehr Rodgau-Mitte „gerettet“.

In der Scheune Kühnle an der Brücke zur B45 hatten sich die Nachwuchsfeuerwehrleute bei der Suche nach vermissten Personen Unterstützung von der Rettungshundestaffel Rhein-Main (RHS) geholt.

Die hatte mit Chester, der nach zweijähriger Ausbildung im April seine Prüfung ablegte und ab Herbst bei echten Einsätzen dabei sein wird, zunächst ebenfalls seinen Nachwuchs geschickt. Bei der Hauptübung am Abend waren dann fünf Hunde der Rettungshundestaffel mit dabei. Holger Bunz, der Vorsitzende der RHS Rhein-Main, sieht in der Teilnahme auch für sein Personal und die Hunde die Möglichkeit zur Aus- und Weiterbildung. Als Lohn für seinen tadellosen Einsatz durfte Chester beim Gruppenbild in der Mitte Platz nehmen.

29 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 16 Jahren machten diesmal beim Berufsfeuerwehrtag mit. Die Jugendlichen wurden in zwei Züge eingeteilt: den Löschzug zur Brandbekämpfung und den Rüstzug zur technischen Hilfeleistung und Personensuche. Neben der Rettungshundestaffel unterstützte auch die Kinderfeuerwehr „Die Löschzwerge“ und die Jugend der Johanniter den Berufsfeuerwehrtag. Für 24 Stunden bezog der Nachwuchs die Feuerwache. Neun Einsätze standen auf dem natürlich streng geheimen Übungsplan. Hinzu kam ein Dienstplan, in dem der Tagesablauf mit Ausbildungs- und Unterrichtseinheiten sowie Pausen und Fahrzeugpflege und Fahrzeugkunde geregelt war.

Großes Lob von den Ausbildern

Die Teilnehmer bekamen von ihren Ausbildern ein großes Lob. Die verschiedenen Übungsszenarien wurden gut bewältigt. „Die Teilnehmer waren wirklich gut in Form. Zumal vor allem die zweistündige Hauptübung ziemlich anspruchsvoll war. Dass sie das gleich so gut hinbekommen, hätten wir nicht gedacht“, meinte Rainer Schwing, der Pressewart der Jugendfeuerwehr Rodgau-Mitte. Und das trotz der großen Hitze. „Bei einer Bezirksübung im Frühsommer hatten ähnliche Temperaturen geherrscht. Damals ist die Hitze einigen Teilnehmern nicht so gut bekommen. Diesmal hatten wir allerdings keine Ausfälle. Die einzelnen Gruppenführer haben sehr darauf geachtet, dass die Teilnehmer genug trinken“, so Schwing.

Auch von Jugendwart Kai Richter bekamen die Kinder beim Abschlussgespräch viel Lob. Als Entschädigung gab es bei den tropischen Temperaturen eine besondere Belohnung. Eine vom Stadtbrandinspektor Andreas Winter kurzerhand organisierte Wechselladermulde der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim wurde mit einer Plane ausgelegt und zum Swimmingpool umfunktioniert.

Inszenierte Katastrophe

Zu den Übungsszenarien im straffen Tagesprogramm gehörten ein Garagenbrand, ein brennender Müllcontainer, ein Gefahrguteinsatz und ein nächtlicher Kinobrand. In sich hatte es das Szenario der Hauptübung am Samstag Abend. Ursprünglich meldete ein aufgeregter Anrufer einen Verkehrsunfall auf einem Bauernhof, bei dem eine Person im Fahrzeug eingeklemmt sei. Die Schadenslage stellte sich aber weit umfangreicher heraus.

Das Unglück entstand dadurch, dass sich in einer Mülltonne eine unsachgemäß entsorgte Gasflasche erhitzte und detonierte. Durch herumfliegende entzündete Teile aus der Mülltonne bildete sich an mehreren Stellen Brände. Diese verletzten auf dem Hof spielende Kinder. Damit nicht genug: Beim gleichzeitigen Eintreffen der herbeigeeilten Brüder kam es zwischen deren Fahrzeugen zu einem Zusammenstoß, bei dem ein Fahrer eingeklemmt wurde.

Unter Einsatzleiter Jan Dassinger wurden alle Brände gelöscht, die Vermissten von Rettungshunden aufgespürt und Verletzte durch die Johanniter Unfallhilfe versorgt und betreut.

Quelle: op-online.de

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