Besi & Friends starten zum Fahrradrennen

Quer durch die USA in neun Tagen

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Einmal quer durch die USA in weniger als neun Tagen: Der Start ist in Oceanside (Kalifornien), 130 Kilometer südlich von Los Angeles. Das Ziel ist Annapolis (Maryland).

Rodgau - Heute starten die Rennradfahrer „Besi & Friends“ (B & F) zu einer weiteren großen Benefizaktion für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung. Sie fliegen in die USA zum „Race Across America“, einem der härtesten Radrennen der Welt. Von Ekkehard Wolf

Packstation in der Radsporthalle: „Besi & Friends“ packten dort gestern ihre Ausrüstung fürs Amerika-Rennen zusammen.

B & F sind dort mit einer Viererstaffel am Start. Das komplette Team mit allen Helfern und Unterstützern umfasst 13 Personen. Gestern packten Sportler und Begleiter in der Radsporthalle ihre Ausrüstung zusammen: 23 Kilo plus Handgepäck pro Person. Die Lufthansa nimmt die Fahrräder und fünf Extra-Koffer kostenlos mit.
Die Profi-Rennräder aus Carbon werden zerlegt, mit einem Leichtmetallgestell verschraubt, in spezielle Taschen verpackt und ausgepolstert. Sechs Fahrräder fliegen auf diese Weise als Sondergepäck in die USA, zwei davon als Reserve.

Viele weitere Sponsoren unterstützen die Gruppe ebenfalls mit Sachspenden, unter anderem mit Fahrrädern, Reifen, Ersatzteilen und Sportlernahrung. Die Nikolaus-Apotheke steuerte medizinisches Verbrauchsmaterial im Wert von fast 1000 Euro bei.

Ausgerechnet der Initiator des Projekts ist nicht dabei. Andreas „Besi“ Beseler hatte im April einen schweren Fahrradunfall, den er wie durch ein Wunder überlebte. Die Heilung der Halswirbelsäule und der komplizierten Knochenbrüche braucht ihre Zeit. Dennoch braucht Besi viel Bewegung; er kämpft damit gegen multiple Sklerose. Deshalb ist er bereits wieder im Training: eine Stunde mit 120 Watt auf dem Ergometer.

Nicht unterkriegen lassen, sondern kämpfen und nach vorne schauen: Mit dieser Haltung macht Andreas Beseler vielen Menschen Mut, die an einer chronischen Krankheit leiden oder von einem anderen Schicksalsschlag getroffen sind. Auch für seine „Friends“ war nach dem ersten Schrecken klar: Sie fahren ihr Rennen – wenn nicht mit Besi, dann eben für ihn.

„Dass die Sponsoren nach Besis Unfall bei uns geblieben sind, hat uns noch mal einen Schub gegeben“, sagt Uwe Ulm, der als „Crew Chief“ für die Teilnahme am Rennen verantwortlich zeichnet. Die Sponsoren bewiesen mit ihrem Engagement, dass es ihnen um die gute Sache gehe.

Christian Schierhorn und Uwe Ulm fahren als „Road Captains“ in den Begleitfahrzeugen mit. Sie treffen sich alle zwölf Stunden, wenn eines der beiden zweiköpfigen Fahrerteams das andere ablöst. Bei der Einteilung der Fahrer kommt es darauf an, die individuellen Stärken optimal zu nutzen: Leichte Fahrer kommen besser die Berge hinauf, andere können in der Ebene dem Wind besser trotzen. Die Rennstrecke führt auch durch die Wüste: „Da kann es sein, dass sie sich wegen der Hitze alle halbe Stunde abwechseln“, sagt Christian Schierhorn.

Benefiz-Radtour nach Saint-Tropez

Das Rennen startet am Samstag, 16. Juni, um 20 Uhr unserer Zeit. Die Solofahrer sind bereits gestern gestartet.

Ob die Mitglieder des Versorgungsteams am Ziel ähnlich erschöpft sein werden wie die Fahrer, lässt sich noch nicht sagen. Uwe Ulm: „Wir wissen nicht, was der Rennablauf bringt. Es kann ganz locker laufen, aber von Unwetter bis zum gebrochenen Rahmen ist alles drin.“

Quelle: op-online.de

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