Radrennen durch die USA

Besi & Friends mit viel Gegenwind und wenig Schlaf

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Hochachtung vor der Leistung der Fahrer drückt dieses Foto vom Dienstag aus. Das „härteste Radrennen der Welt“ bietet nicht auf jeder Meile so ideale Bedingungen wie hier mit guter Fahrbahn und blauem Himmel.

Rodgau - Die Hälfte ist geschafft: Beim Radrennen quer durch die USA hat das Team von „Besi & Friends“ schon mehr als 2400 Kilometer zurückgelegt. Von Ekkehard Wolf 

Hitze, Gegenwind, in der Wüste auch Sand in der Luft: Das Race Across America (RAAM) nennt sich zu Recht das „härteste Radrennen der Welt“. Zweimal am Tag versorgt das Team die Daheimgebliebenen per Internet mit Fotos, Informationen und persönlichen Eindrücken.

„So einen Geburtstag werde ich wohl nie wieder erleben“, meint Stefan Fäth, den seine Freunde „Sandale“ nennen. Als Geburtstagskind war er der Startfahrer seines Teams und strampelte die ersten 40 Meilen (64 Kilometer).

Gleich der erste Tag hielt Herausforderungen bereit: einen langen, steilen Anstieg zum Küstengebirge (Coast Range), eine rasante Abfahrt in die Borrego-Wüste mit heftigen Windböen, dann treibender Sand, „der die Sicht trübt und in alle Poren eindringt“, so Fäth. Die Helfer im Begleitfahrzeug schildern den Sandsturm so: „Der Wind war so stark, dass wir beim Aussteigen im wahrsten Sinne des Wortes ,gesandstrahlt’ wurden.“

Bald müssen die Rennradteams ihre Taktik umstellen. Die Fahrer schaffen es nicht immer, jeweils zu zweit eine Zwölf-Stunden-Schicht zu bewältigen. Eine vorzeitige Ablösung bedeutet noch weniger Schlaf – zum Teil nur drei Stunden am Stück.

„Sie geben alles“, berichtet Andreas „Besi“ Beseler, der das Rennen wegen seiner Unfallverletzungen von zuhause aus verfolgen muss. Kontakt mit dem Team hält er über den Internetdienst Whatsapp und per Telefon.

Benefiz-Radtour nach Saint-Tropez

Nicht nur die Männer im Sattel haben zu kämpfen. Auch die Teams in den Pacecars leiden unter Schlafmangel und Stress. „Es ist ja riesig anstrengend, immer hinter dem Radfahrer herzufahren“, weiß Beseler. „Wir fahren wie Zombies in die Nacht“, berichtet Crewchef Uwe Ulm. Da besteht die Gefahr eines Sekundenschlafs. Deshalb setzt sich zeitweise ein Radfahrer hinters Lenkrad, der gerade frei hat.

Bei einem Straßenrennen kommt es naturgemäß zu Konflikten mit dem Verkehr, wie die Mannschaft eines Begleitfahrzeugs berichtet: „Runter können wir mitschwimmen, bergauf sind wir im Weg. Starke Winde von hinten und der Seite, viel Verkehr, wirklich nervöse Autofahrer.“ Da der Seitenstreifen mit Schotter, Schlaglöchern, Reifenteilen und überfahrenen Tieren übersät ist, weichen Besi & Friends auf die Straße aus und kassieren prompt eine Verwarnung der Rennleitung. Bei hohem Tempo von rund 60 km/h stürzt ein Fahrer beinahe. Er schafft es gerade noch, sein Rad zum Stehen zu bringen.

Bilder: Besi & Friends starten Benefiztour

Am vergangenen Samstag um 21 Uhr unserer Zeit starteten die Rennradfahrer in Oceanside an der amerikanischen Westküste. Nach spätestens neun Tagen wollen sie in Annapolis an der Ostküste durchs Ziel fahren.

Bei der Rückkehr wollen „Besi & Friends“ ihrem Team einen tollen Empfang bereiten. Am Donnerstag, 28. Juni, ist es so weit. Familien, Freunde und Fans begrüßen die Heimkehrer um 6.45 Uhr auf dem Frankfurter Flughafen; gegen 7.30 Uhr gibt es einen „großen Bahnhof“ an der Jügesheimer Radsporthalle.

Quelle: op-online.de

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