Besi & Friends starten zum härtesten Radrennen der Welt

Per Rennrad quer durch die USA

Jügesheim - Die Benefizradler von „Besi & Friends“ stellen sich einer neuen Herausforderung. Nächstes Jahr starten vier von ihnen zum „Race across America“, dem wohl härtesten Radrennen der Welt. In neun Tagen wollen sie rund 4 800 Kilometer zurücklegen. Von Ekkehard Wolf 

Ein 13-köpfiges Team um Andreas „Besi“ Beseler (Mitte) startet im Juni nächsten Jahres beim „Race across America“. Das Foto entstand im September bei einem Vorbereitungstreffen beim Fahrradhersteller Storck, einem der großen Sponsoren. -

Der Ursprung von „Besi & Friends“ liegt bei dem Radrennfahrer Andreas Beseler aus Jügesheim, der seit vielen Jahren an Multipler Sklerose (MS) leidet. Im Sommer 2013 strampelte er 3 835 Kilometer durch die kanadischen Rocky Mountains, um anderen Kranken Mut zu machen. Aus seiner Ein-Mann-Benefizaktion „Rad statt Rollstuhl“ ist eine Gemeinschaft von mehr als 700 Sportlern gewachsen. „Besi & Friends“ starten bei Wettkämpfen in mehreren Ländern Europas. Sie werben um Spenden für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung, die sich um MS-Patienten kümmert. Allein in diesem Jahr kamen 60 000,60 Euro zusammen. Bei der USA-Durchquerung vom 16. bis 25. Juni 2018 radeln „Besi & Friends“ als Viererstaffel mit: Andreas Beseler, Thorsten Ostrowski, Derk Schneider und Christian Thometzek wechseln sich unterwegs ab. Mit Crewchef, Organisatoren, Mechanikern, Physiotherapeut und Medienbeauftragten besteht das Team aus 13 Leuten.

Auf alle Beteiligten kommen anstrengende neun Tage zu. „Die Helfer müssen viel leisten, eigentlich mehr als wir“, würdigt Beseler, „wir müssen ja nur Fahrrad fahren.“ Das klingt harmloser als es ist. Die Rennstrecke durchquert vier Zeitzonen und hat klimatisch viel zu bieten: Vom Gebirge bis zur Wüstengegend ist alles dabei. Im Auf und Ab sind 52 000 Höhenmeter zu bewältigen. Das Team muss spätestens nach 216 Stunden (neun Tagen) am Ziel sein. Einzelfahrer haben dafür drei Tage länger Zeit.

Die Fahrer wollen sich in zwei Zweierteams aufteilen, die jeweils zwölf Stunden auf Achse sind. Dazu gehört jeweils ein Begleitfahrzeug mit Navigator und „Roadcaptain“. Die Gruppe, die gerade frei hat, wird zum nächsten Wechselpunkt gebracht und bekommt wenigstens ein paar Stunden Schlaf.

Vom Start in Los Angeles bis zum Ziel in Annapolis (Maryland) müssen die Teilnehmer unzählige Vorschriften beachten. Das Regelwerk umfasst mehr als 50 Seiten. Zum Beispiel: wann, wo und wie die Fahrer des Viererteams sich abwechseln dürfen. Sogar die Pinkelpausen sind geregelt. Und wer sich verfährt, darf die Strecke nicht zurückfahren, sondern muss das Stück zu Fuß gehen. Mehr als einmal hat sich Andreas Beseler schon gefragt: „Warum fahren wir nicht einfach ohne diese ganzen Vorschriften quer durch Amerika und sammeln Spenden?“ Die Gruppe hofft, dass die hohe Bekanntheit des Rennens ihrem Anliegen zugutekommt.

Archivbilder

Benefiz-Radtour nach Saint-Tropez

Der Aufwand ist enorm. Obwohl Rennräder, Reifen, Sportlernahrung und vieles mehr gesponsert sind, entstehen Kosten von rund 45.000 Euro. Den größten Teil bezahlen Fahrer und Helfer aus der eigenen Tasche; eine Firma unterstützt das Vorhaben mit 10.000 Euro.

Mit ihrer Teilnahme am härtesten Radrennen der Welt wollen „Besi & Friends“ wieder Spenden für die Nathalie-Todenhöfer-Stiftung mobilisieren. Auch weitere Aktionen sind für den guten Zweck bestimmt. Unter anderem ist eine Neuauflage der Benefiz-Bergfahrt „Zwölf Stunden Hohler Buckel“ geplant.

Quelle: op-online.de

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