Bespielbare Stadt

Politiker im Hamsterrad

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SPD-Fraktionsvorsitzender Ralf Kunert im Laufrad.

Rodgau (bp) - Wird Rodgau zur „bespielbaren Stadt“? Dieser Frage gingen die Grünen bei einer Radtour in Seligenstadt nach. Dort waren vor einigen Jahren Ansätze des Konzepts von Prof. Bernhard Meyer einer „bespielbaren Stadt“ realisiert worden.

Der Griesheimer Meyer warb jüngst beim CDU-Stadtgespräch für seine Idee. Sein Konzept sieht - als Ergänzung zu bestehenden Spielplätzen - Spielstationen für Kinder an Wegen und Plätzen vor. Was ist davon in Seligenstadt übrig geblieben?.

Da staunte Winno Sahm nicht schlecht. Hunderte Male war er schon nahe des Seligenstädter Wasserturms an der vermeintlichen Abdeckung eines Abwasserschachtes vorbeigeradelt. Bei der jüngsten Erkundungsfahrt der Bündnisgrünen entpuppte sich das Gitter über der kleinen Grube als Mini-Trampolin.

Diese und andere Überraschungen bot die Seligenstadt-Rundfahrt unter Führung von Tom Heilos (Grüne Seligenstadt) zum Thema „bespielbare Stadt“. Bis nach Klein-Welzheim, wo der Rodgauer SPD-Fraktionsvorsitzende Ralf Kunert sich in eine Kreuzung aus Rhön- und Hamsterrad wagte, waren Bewegungsangebote der unterschiedlichsten Art zu entdecken. Sie sollen den Stadtraum wieder als Spielraum zurückgewinnen helfen und Kindern - zum Beispiel auf ihrem Weg in die Schule - eine attraktive Ergänzung zu herkömmlichen Spielplätzen bieten. Ein Konzept, das schon seit vielen Jahren vor allem vom - inzwischen emeritierten - Professor Bernhard Meyer aus Griesheim an Kommunen herangetragen wird. Aktuell hat die CDU in Rodgau einen entsprechenden Antrag für die Oktobersitzung des Stadtparlaments eingebracht.

Griesheim bei Darmstadt als Vorbild

Deutlich wurden den Rodgauer Besuchern allerdings auch die problematischen Aspekte eines solch ambitionierten Projekts, das übrigens in Seligenstadt inzwischen stecken geblieben ist. Nicht optimale Standorte, Verschmutzungen und Beschädigungen, Anwohnerproteste und ästhetische Bedenken bergen erhebliches Konfliktpotential. Und auch finanziell ist ein solches Vorhaben keine Kleinigkeit. Kann doch ein aufwendigeres Gerät mehrere Tausend Euro kosten. Da sind findige Finanzierungsmodelle gefragt.

Dass dies gelingen kann, beweist das gute Beispiel von Meyers Heimatstadt Griesheim bei Darmstadt. Dort entstanden mehr als 100 Spielobjekte für Kinder. Das kostete 100.000 Euro. Dank cleverer Sponsorensuche blieben an der Stadt aber lediglich 16 000 Euro hängen. Wie auch immer: Die Stadterkundung lieferte den Fraktionsvorsitzenden der Rodgauer Mehrheitskooperation (Ralf Kunert, SPD, und Winno Sahm, Grüne) reichlich Anschauungsmaterial für die parlamentarische Diskussion, ob Rodgau zur „bespielbaren Stadt“ werden soll.

Quelle: op-online.de

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