Beste Kuh von Hessen

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Ein Bild von der Ehrung für „Beule“. Sebastian Roßkopf (mit Sohn Laurenz) freute sich damals sehr. Er ist der Kuh dankbar für ihre außergewöhnliche Leistung.

Jügesheim - (bp) Die Rodgauer Landwirtschaft ist um eine Rarität ärmer. „Beule“, Hessens beste Milchkuh des Jahres 2008, ist tot. Landwirt Sebastian Roßkopf fand sie leblos in ihrer Box liegend. „Sie war bei den anderen Kühen friedlich eingeschlafen“, sagt der Bauer.

Stolz hatte er im August 2008 die Auszeichnung von der Besamungsunion Hessen entgegen genommen. Damals war „Beule“ - begleitet von großem Presserummel und Blitzlichtgewitter - prämiert worden. Keine andere unter ihren 150000 hessischen Artgenossinnen hatte in ihrem Alter zugleich so viel Milch gegeben und so viele Kälber geboren. Rekordverdächtig war „Beule“ bis zum Schluss.

Auf 128.000 Liter Lebensleitung brachte es die tierische Ausnahmeerscheinung schließlich, bevor sie jetzt im gesegneten Alter von fast 13 Jahren starb. Die vitale Super-Kuh der Rasse „Holstein Schwarzbunt“ war damit Roßkopfs bestes Pferd im Stall. Die Lebensleistung von Milchkühen liegt bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von etwa fünf Jahren und 20.000 Liter. „Beule“ schaffte locker mehr als das Sechsfache! Bis zum Schluss war das Prachtexemplar fit und gab spielend 20 Liter am Tag. Es gab keine Anzeichen, dass die Kuh sterben könnte. Noch drei Stunden bevor sie tot gefunden wurde, bediente sich das robuste Nutztier am Kraftfutterautomat. „Das konnte ich genau nachvollziehen“, sagt Roßkopf.

Unter den elf Nachkommen von „Beule“ ist nur noch eine einzige Tochter auf seinem Karolingerhof im Jügesheimer Feld zuhause. Sie heißt „Die Beste“ und schickt sich an, in die Klauen-Stapfen ihrer legendären Mutter zu treten. „Mal sehen, ob sie‘s schafft.“

Während der Auszeichnung im August 2008 hatte Jost Grünhaupt, Rinderzuchtleiter der Besamungsunion Hessen, den prima Gesundheitszustand von „Beule“ in den höchsten Tönen gelobt. Er pries „tadellose Beine und Klauen“ und lobte die Form und Straffheit des Euters. Der Gesamtzustand des Tieres sei außergewöhnlich gut und bei diesem Lebensalter von Seltenheitswert. „Man sieht es der Kuh nicht an, was sie geleistet hat“, hatte Grünhaupt vor zahlreichen Gästen anerkennend gesagt. Mithin sei „Beule“ der lebende Beweis dafür, „dass die Tiere auf diesem Hof optimal versorgt werden.“

Quelle: op-online.de

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