Besucher wurden zu Freunden

+
Ingeborg Schramme (Mitte) pflegt in der Seniorenresidenz Spiel-Kontakte.

Rodgau - Im vergangenen Jahr startete die Seniorenberatung der Stadt ein neues Projekt. In Zusammenarbeit mit der K & S Seniorenresidenz Nieder-Roden suchte man nach ehrenamtlichen Seniorenbegeleitern, die sich um Menschen mit wenig sozialen Kontakten kümmern. Von Antje Frey

Zwei, die sich daraufhin meldeten, sind Ingeborg Schramme und Margit Liller. Vor einem Jahr ging Ingeborg Schramme in Rente, danach suchte sie nach einer erfüllenden Beschäftigung. Durch die Presse erfuhr sie von der Thematik der Seniorenbegleitung und besuchte daraufhin einen Informationsabend der Stadt. Sie absolvierte einen vierwöchigen Vorbereitungskurs und arbeitet seit August ehrenamtlich in der K & S Seniorenresidenz.

Margit Liller (rechts) besucht Ruth Hartung zuhause.

Einmal in der Woche kümmert sie sich um Senioren, spielt Mensch-ärger-dich-nicht, backt Kuchen, geht spazieren oder unterhält sich einfach mit ihnen. Eine Frau spielt ihr oft etwas auf dem Keyboard vor und sie singen zusammen. Die Bewohner sind froh, dass jemand für sie da ist und Ingeborg Schramme hat das Gefühl, etwas gutes zu tun: „Mir gefällt die Arbeit und ich hoffe, sie noch lange machen zu können.“ Ihre Tätigkeit in der Seniorenresidenz stellt sie unter einen Spruch, den ihr eine Bewohnerin mit auf den Weg gab: „Sucht dich die Freude, grüße sie. Sie schmückt das Erdenleben, gib Raum ihr, doch vergiss es nie, dass Flügel ihr gegeben.“

Auch Margit Liller wollte neben ihrem Halbtagsjob anderen helfen. Seit einem Jahr besucht sie Ruth Hartung zu Hause. Die 85-jährige war vor drei Jahren nach Hainhausen gezogen und fühlte sich einsam. Sie meldete sich bei Bettina Jacobsen von der Seniorenbetreuung - und so lernte man sich kennen. „Wir haben uns gesucht und gefunden“, sagt Margit Liller, denn die beiden verstanden sich auf Anhieb.

Wer Interesse an solch einem Kontakt hat oder sich ehrenamtlich engagieren möchte, erreicht Bettina Jacobsen unter Tel.: 06106 693-1233 oder E-Mail seniorenberatung@rodgau.de.

Einmal pro Woche gehen sie gemeinsam spazieren und unterhalten sich. „Wir können über alles sprechen und ich kann ihr mein Herz ausschütten. Sie ist zu einer Vertrauensperson geworden“, bekräftigt Ruth Hartung.

Auch sonst unterstützt Margit Liller die alte Dame und fährt sie zum Beispiel zum Arzt. Sie ist froh, jemandem helfen und durch Kleinigkeiten eine Freude machen zu können.

Im Moment gibt es etwa 15 geschulte Seniorenbegleiter, fünf davon arbeiten in der Seniorenresidenz. Beraterin Bettina Jacobsen ist froh über die positive Resonanz des Projektes. Trotzdem bleibt das Thema Seniorenbetreuung sehr aktuell. Denn Bedarf an ehrenamtliche Helfern gibt es immer.

Quelle: op-online.de

Kommentare