Betrug mit manipulierten Kartenlesern

Kripo lässt 700 Bankkarten sperren

Dudenhofen (eh) - Nach dem Betrug mit kopierten Bankkarten ist der Schaden nach Angaben der Polizei auf mindestens 70.000 Euro gestiegen. Der Kripo Offenbach liegen bereits rund 70 Strafanzeigen vor.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der jüngste Einbruch in das „Rodgau-Center“ an der Hegelstraße mit dem Betrug zusammenhängt. Am Wochenende hatten Einbrecher neben Oberbekleidung und Schuhen auch drei Lesegeräte für Bankkarten gestohlen.

Eines dieser Geräte war offensichtlich so manipuliert worden, dass Kartendaten und Geheimzahlen der Kunden widerrechtlich ausgelesen werden konnten. Anhand dieser Daten stellten die Täter Duplikate der Bankkarten her. Sie wurden nach derzeitigen Erkenntnissen der Kriminalpolizei in Übersee eingesetzt, nämlich in den USA und in Mexiko.

Bereits 70 Strafanzeigen

Gestern lagen der Kriminalpolizei in Offenbach schon rund 70 Strafanzeigen mit einer Schadenssumme von etwa 70.000 Euro vor. Da das Einkaufszentrum an der Hegelstraße bereits im Juni Ziel eines Einbruchs war, hat die Kripo die Sperrung von mehr als 700 Karten angeregt, mit denen Kunden zwischen 27. Juni und 10. September im „Rofu-Kinderland“ in Dudenhofen ihre Einkäufe bezahlt hatten.

Wer in diesem Zeitraum mit Debit-Karte in dem Spielwarenmarkt eingekauft hat, sollte seine Kontoauszüge kontrollieren. Die Ermittler des Betrugskommissariats in Offenbach bitten alle Betroffenen, von deren Konto im Ausland widerrechtlich Geld abgehoben wurde, sofort ihre Hausbank zu kontaktieren. Außerdem sollten sie Strafanzeige bei der Polizei erstatten.

Fahndung der Polizei bisher erfolglos

Nach wie vor fahndet die Polizei auch nach den Einbrechern, die am Wochenende in das Einkaufszentrum eingestiegen sind. Wer dort zwischen Samstagabend und Montagmorgen verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, sollte sich unter Telefonnummer 069/8098-1234 an die Kripo wenden.

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Die Täter waren über eine Feuerleiter auf das Dach des Gebäudes geklettert. Dort hebelten sie zunächst ein Oberlicht auf, das jedoch durch ein zusätzliches Eisengitter den Einstieg in den Laden verhinderte. Also knackten die Gauner auch noch ein zweites Oberlicht, traten eine Zwischendecke ein und kletteten in die Geschäftsräume hinab. Dabei richteten sie einen Schaden von rund 2000 Euro an. Um das Einkaufszentrum mit ihrer Beute zu verlassen, hatten die Ganoven wohl eine eigene Leiter mitgebracht.

Quelle: op-online.de

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