Bewusstlosen vor der S-Bahn gerettet

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Frank Wendel

Hainhausen - (eh) Mit einem mutigen Sprung auf die S-Bahn-Gleise hat Wachpolizist Frank Wendel (47) am Freitag einem bewusstlosen Mann das Leben gerettet.

Der 49-Jährige war kurz nach 13 Uhr nach einem epileptischen Anfall an der S-Bahn-Station Hainhausen auf die Schienen gestürzt. Der Polizist sprang sofort hinterher. Die S-Bahn näherte sich bereits aus Jügesheim.

Da war keine Sekunde zu verlieren. Frank Wendel rief einen Passanten zu Hilfe. Gemeinsam zogen sie den Hilflosen aus dem Gefahrenbereich. Der Rucksack des Manns hatte sich an den Schrauben der Schienen verhakt. Dann lief der Ordnungshüter dem Zug entgegen, um ihn zu stoppen. Der S-Bahn-Fahrer hatte bereits über seine Leitstelle einen Rettungswagen angefordert.

Der gestürzte Mann hatte nicht nur das Glück, dass der Polizist schnell reagierte. Die Uniform und die Bewegung auf dem Gleis veranlasste den Lokführer zur frühzeitigen Bremsung. Die S-Bahn fuhr ohnehin langsamer als sonst, weil sie etwas zu früh dran war. Und auch der Rucksack des 49-Jährigen erwies sich als segensreich, obwohl er die Rettung behinderte. Ohne das Gepäckstück wäre sein Kopf auf der Schiene aufgeschlagen. Von oben sah das auch so aus. Frank Wendel: „Ich dachte zuerst, er hat sich das Genick gebrochen.“

Wie sich später zeigte, war der Mann durch einen epileptischen Anfall ohnmächtig geworden. Beim Sturz zog er sich Prellungen, Schürfwunden und eine böse Ellbogenfraktur zu. Er liegt noch immer im Krankenhaus. Sein Lebensretter hat ihn dort besucht.

„Ich habe rein aus Reflex und Instinkt gehandelt“,berichtet Frank Wendel. Doch dieser Reflex ist nicht selbstverständlich. Andere Fahrgäste auf dem Bahnsteig standen der Situation hilflos gegenüber. Geistesgegenwart bewies eine Passantin, die nach einer Schrecksekunde über „112“ den Rettungsdienst alarmierte. Auch eine Polizeistreife war rasch da. Kein Verständnis hatten die Beamten für die vielen schaulustigen Schüler auf dem Gegenbahnsteig. Erst vor drei Wochen war ein 17-Jähriger ganz in der Nähe von einer S-Bahn tödlich verletzt worden.

Quelle: op-online.de

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