Biber bewusst vertrieben?

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Treibgut Holz sieht anders aus - meint der Biber-Beauftragte des Nabu, Hans Schwarting. Er glaubt nicht an ein Versehen, als ein Landwirt den Biberdamm abgeräumt hat. Es hieß, die unglückliche Maßnahme bei Weiskirchen sei zwischen Landwirt und städtischem Tiefbauamt abgestimmt gewesen. Der Biber wurde durch die Aktion vertrieben.

Rodgau (bp) ‐ „Von Versehen kann wohl keine Rede sein.“ Der Biber-Beauftragte des Naturschutzbunds (Nabu), Hans Schwarting, ist sauer, dass ein Rodgauer Landwirt den Biber-Damm in einem renaturierten Abschnitt der Rodau beseitigt hat (wir berichteten). Das Tier war daraufhin nach Hausen abgewandert.

Der Kreis Offenbach hatte in einer Pressemitteilung die unglückliche Aktion als erst im nachhinein erkannten Irrtum dargestellt. Schwarting widerspricht dieser Schilderung. „Die Stadt Rodgau war per E-Mail und die Öffentlichkeit durch einen stark beachteten Bericht der Offenbach-Post (14. Januar) informiert. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“.

Angesichts der angenagten Baumstämme könne man sich nicht darauf zurückziehen, unscheinbares Treibgut weggeräumt zu haben. „Der letzte Biber Hessens wurde 1596 an der Gersprenz gefangen. Das erste vom Biber geschaffene Biotop im Kreis Offenbach wurde 415 Jahre später gesetzeswidrig zerstört. Es bleibt nur zu hoffen, dass alle Beteiligten in Zukunft sensibler mit den europaweit streng geschützten Tieren umgehen“, appelliert der Naturschützer.

Die Untere Naturschutzbehörde beim Kreis will dazu beitragen. Sie organisiert mit Landwirten eine Gesprächsrunde. Termin soll Anfang März sein.

Quelle: op-online.de

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