Mehr als flotte Sprüche

Bildungsmesse mit 130 Ausstellern will Wege zur Berufswahl zeigen

+
Ein breites Spektrum der Ausbildungsberufe, Studienfächer und Weiterbildungsmöglichkeiten präsentierten 130 Aussteller auf der Bildungsmesse.

Die Chancen stehen gut: Wer dieses oder nächstes Jahr mit der Schule fertig wird, steht vor einem breiten Angebot an Ausbildungsstellen. Einen Eindruck davon vermittelte die Bildungsmesse am Samstag in Nieder-Roden – mit 130 Ausstellern eine der größten im Rhein-Main-Gebiet. Von Ekkehard Wolf

 

Nieder-Roden – An flotten Sprüchen hat es nicht gemangelt: „Mach’ doch, was du glaubst“ (evangelische Kirche), „Wir sind dein Plan B“ (Werkstätten Hainbachtal) oder „Deine Stadt braucht dich“ (Elektroinnung). Doch weder bunte Prospekte noch Werbegeschenke können den Jugendlichen die entscheidende Aufgabe abnehmen: sich darüber klar zu werden, was sie eigentlich wollen.

Genau an diesem Punkt setzte das evangelische Dekanat Rodgau an. Ein Computerprogramm leitete die Schüler an, ihre Talente zu erkennen. „Bisher hatten wir ein Glücksrad an unserem Stand“, berichte Bildungsreferentin Heidemarie Ernst, „aber wir wollen eher qualifizierte Gespräche“.

Mach’ doch, was du glaubst: Pfarrerin Anja Schwier-Weinrich begleitet einen Schüler bei der Talentsuche.

Darum geht es auch der Dental-Union GmbH aus Nieder-Roden, einem Großhändler für Zahnarztbedarf. Ihrem Messestand mit Musik und Comicfiguren sieht man die Branche nicht an. Dazu gibt es auch eine Internetseite im Superman-Design (azubihelden.net). „Wir machen bewusst keine Werbung für unsere Firma, sondern geben Tipps“, sagt Ausbildungsleiter Riko Mahr. Unter 100 Bewerbern für eine kaufmännische Ausbildung sei oft nur eine Handvoll wirklich interessiert. Allein an den Zeugnisnoten könne man das nicht ablesen: „Für uns ist die Persönlichkeit wichtig.“

Bilder: Bildungsmesse in Rodgau

Als Werbegeschenk lagen am Stand kleine Locher für schulische Arbeitsblätter bereit. Wer im Gespräch einen besonders guten Eindruck hinterließ, bekam eine Tasse überreicht. „So sind wir jeden Morgen auf dem Frühstückstisch dabei“, sagt Mahr. Seine Hoffnung: Vielleicht bewirbt sich ja einer der Tassenbesitzer bei der Dental-Union.

„Plan B“ nach der Schule: Die Freiwilligendienste bei den Werkstätten Hainbachtal stoßen auf reges Interesse.

Eine große Bewerberzahl bedeutet nicht, dass sich jeder für den Beruf eignet. Das weiß auch die Maler- und Lackiererinnung. Zum dritten Mal veranstaltet sie in Frankfurt eine Bewerberwoche. Von Montag bis Donnerstag können sich jeweils 50 Schüler über die Berufe informieren und einen Test absolvieren; die Besten besuchen am Freitag ein „Speed-Dating“ mit Ausbildungsbetrieben.

Wer noch etwas Zeit zur Berufswahl braucht oder keine Ausbildungsstelle findet, braucht einen „Plan B“. Dafür bieten die Werkstätten Hainbachtal gGmbH (Offenbach) ein Freiwilliges Soziales Jahr oder den Bundesfreiwilligendienst an. Auch da kommt es auf die Motivation an: Wer Menschen helfen und etwas über das Leben lernen will, ist dort am richtigen Platz.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare