Bildungsmesse mit 130 Ausstellern

Einstellungstest erst nach der Messe

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Informationen sammeln und Kontakte knüpfen konnten die Besucher der Bildungsmesse in der Sporthalle Wiesbadener Straße (Foto) und der Heinrich-Böll-Schule.

Nieder-Roden - „Nimm deine Zukunft in die Hände“ stand als Motto am Handwerkerzelt der Bildungsmesse. Einige tausend Jugendliche und Erwachsene ließen sich das am Samstag nicht zweimal sagen. Von Ekkehard Wolf 

130 Aussteller boten Informationen über Ausbildungsberufe, Studiengänge und Weiterbildung. Beeindruckt von der Größe und der inhaltlichen Vielfalt zeigte sich Staatssekretär Thomas Metz aus dem hessischen Justizministerium. Es sei „eine außergewöhnliche Leistung, aus kommunalem Engagement eine Bildungsmesse in diesem Umfang“ auf die Beine zu stellen, sagte er zur Eröffnung.

Fast alle Aussteller hatten Auszubildende mitgebracht, die den Besuchern Rede und Antwort standen. Beim Autohaus Brass hatten die Azubis den Messestand sogar selbst organisiert. Sie lockten die Jugendlichen mit einem Gewinnspiel und einem Blick unter die Motorhaube. „Ich war nur im Hintergrund tätig“, sagt Betriebsleiter Andreas Stettner. Brass bildet in Rodgau derzeit acht junge Leute aus: Mechatroniker, Lackierer, Automobilkaufleute. Für die fünf Ausbildungsplätze im Herbst liegen bisher rund 70 Bewerbungen vor.

Einen Blick unter die Motorhaube boten die Brass-Auszubildenden mit Betriebsleiter Andreas Stettner.

Seit der ersten Bildungsmesse dabei ist die Friedrich Henkel Feinmechanik KG aus Weiskirchen. „Mit einem Campingtisch und ein paar Teilen“ habe sich das Unternehmen damals in der Heinrich-Böll-Schule präsentiert, berichtet Ausbildungsleiter Thomas Hofferberth: „Unser Seniorchef würde sich freuen, zu sehen, was sich daraus entwickelt hat.“ Wie wichtig die Bildungsmesse für das Unternehmen ist, erklärt Bernhard Brisch, der den Werkzeugbau leitet: „Unsere Einstellungstests finden immer erst nach der Messe statt.“ Zwei oder drei angehende Werkzeugmechaniker will Henkel im Herbst einstellen. Nach der Gesellenprüfung in drei Jahren ist ihnen ein Arbeitsplatz so gut wie sicher: „Wir bilden vor allem für den Eigenbedarf aus“, so Brisch. Zwei gerade fertig gewordene Gesellen beantworteten Fragen rund um die Ausbildung. Sie zeigten Metallteile, die in Autos (Ford), Küchenmixern (Braun) und Elektronikerzangen (Knipex) eine wichtige Rolle spielen.

Auch Mewa Textilservice aus Jügesheim ist seit 20 Jahren auf der Bildungsmesse. Auf diesem Weg kämen viele Betriebspraktika zustande, sagt Monika Bodensohn, die Leiterin der Personalverwaltung. Darüber hinaus schätzt sie an der Messe den Kontakt zu anderen Ausbildungsbetrieben. Zum 1. September will die Mewa bis zu vier angehende Industriekaufleute einstellen, zwei dieser Stellen sind bereits vergeben. Auch Kaufleute für Dialogmarketing bildet das Unternehmen aus – ein interessanter Beruf, der zu Unrecht unterschätzt werde, so Bodensohn.

Einen Blick unter die Motorhaube boten die Brass-Auszubildenden mit Betriebsleiter Andreas Stettner.

15 Ausbildungsplätze bietet die Bäckerei Bauder an. Für die Backstube sei es schwierig, Auszubildende zu finden, sagt Dana Jäger: „Frühes Aufstehen gehört dazu.“ Praktika vermitteln einen ersten Eindruck. Der Kontakt dazu wird oft auf der Bildungsmesse geknüpft. Auch Studenten spricht die Bäckerei auf der Messe an: Sie bietet ein duales BWL-Studium der Fachrichtung Handel an.

Bildungsmesse in Rodgau: Bilder

Mit Comic-Helden und einer speziellen Internetseite (www.azubihelden.net) wirbt die Dental-Union GmbH um Auszubildende. „Die Messe ist sehr wichtig“, sagt Claudia Ernet, Assistentin der Geschäftsleitung: „Wir führen viele Gespräche nicht nur mit potenziellen Auszubildenden, sondern auch mit Lehrern.“ Die Dental-Union bildet jährlich zwei Fachkräfte für Lagerlogistik und zwei Kaufleute für Groß- und Außenhandel aus. Das Unternehmen ist auf vier bis fünf Bildungsmessen pro Jahr präsent, wie Ausbildungsleiter Riko Mahr berichtet.

Um den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern, wollen Stadt, Kreis, Schulamt, Arbeitsagentur, IHK und Handwerkskammer enger zusammenarbeiten. Feierlich unterzeichneten sie eine Zielvereinbarung zur „Optimierung lokaler Vermittlungsarbeit“ (Olov). Sie wollen die Berufsorientierung erleichtern und Wartezeiten zwischen Schule und Ausbildung vermeiden.

Quelle: op-online.de

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