Landwirt Stefan Wolf stellt Projekt zurück

Biogasanlage nicht wirtschaftlich

Weiskirchen - Landwirt Stefan Wolf hat den von ihm geplanten Bau einer Biogasanlage nahe der Ortsgrenze zu Rembrücken nun endgültig „zurückgestellt“, wie er sagt. Eine Wirtschaftlichkeit sei mit dem Projekt nicht mehr zu erzielen.

„Es ist offen, wie die Biogasverwertung in Zukunft gefördert wird“, schildert Wolf die unsichere Lage. Dies habe ihn dazu bewogen, die Gebäude auf dem eigentlich als Bauplatz vorgesehenen Gelände „betrieblich als Lagerfläche zu nutzen“. „Das Grünland ringsum haben wir eh in der Bewirtschaftung.“ Wolfs Entscheidung wird in Rembrücken sicher begrüßt werden. Das Heusenstammer Stadtparlament hatte bereits im März 2014 deutlich gemacht, dass es den geplanten Bau der Biogasanlage nur 600 Meter von der Rembrücker Wohnbebauung entfernt ablehne. Die Stadt forderte damals, am Genehmigungsverfahren für die Anlage beteiligt zu werden.

Überdies hatte das Bürgerforum Rembrücken etwa 650 Unterschriften gegen die Biogaspläne gesammelt und der Genehmigungsbehörde (Regierungspräsidium Darmstadt) vorgelegt. Die Protestbewegung fürchtete Geruchsbelästigung, Belastungen durch den Lieferverkehr zur Anlage und eine mögliche Gefährdung des Grundwassers durch die direkte Nachbarschaft zu einem Wasserschutzgebiet.

Gegenwind verspürte Wolf auch von der Stadt Rodgau. Der Stadt hatte er in einem Bieterverfahren das Gelände vor der Nase weggeschnappt. Die Stadt wollte auf dem früheren Sende-Areal des hessischen Rundfunks einen naturschutzrechtlichen Ausgleich schaffen für ihre Bauprojekte. Nachdem man nicht zum Zug kam, verhängte das Parlament über das Gebiet eine Veränderungssperre. Die Anlage widerspreche dem Flächennutzungsplan und störe den regionalen Grünzug. Der Betrieb beeinträchtige nicht nur die Naherholung, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt im nahe gelegenen Naturschutzgebiet „Im Hengstern“ und im Landschaftsschutzgebiet. Das Bauvorhaben sei auch ohne Hinweis auf die Veränderungssperre nicht genehmigungsfähig. (bp)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.