Streitpunkt Veränderungssperre für Grundstück

„Kein Problem mit Biogas“

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Anstelle der ehemaligen Sendergebäude des Hessischen Rundfunks will ein Landwirt eine Biogasanlage errichten. Der Wald im Hintergrund gehört zum Naturschutzgebiet „Im Hengstern“.

Weiskirchen - Eine Wende in Sachen Biogas zeichnet sich im Rathaus ab. Der Magistrat und der Weiskircher Landwirt Stefan Wolf bewegen sich aufeinander zu. Von Ekkehard Wolf 

Nachdem der Landwirt seinen Antrag auf Bau und Betrieb einer Biogasanlage zunächst zurückgezogen hat, denkt Bürgermeister Jürgen Hoffmann darüber nach, die Veränderungssperre aufzuheben. Das Stadtparlament hatte diese Sperre auf seinen Wunsch verhängt, um einen Bebauungsplan für das Gebiet „Im Hengstern“ zu erstellen. Dieser Bebauungsplan sah eine ökologische Aufwertung vor, aber keine Biogasanlage. Sogar von Enteignung war die Rede. Die Grundstücke gehören Stefan Wolf.

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  • Der Landwirt erhält für die Ökopunkte Geld.
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Die Stadt hatte sich von dem Bebauungsplan 3,9 Millionen Ökopunkte erhofft. Wenn das Parlament die Veränderungssperre kippt, macht es aus Wolfs Sicht den Weg zu einem neuen Antrag auf eine Biogasanlage frei. „Ich habe kein Problem mit Biogasanlagen“, betont Jürgen Hoffmann. Die Stadt habe in ihrer Stellungnahme vom Januar deutlich gemacht, worauf es ankomme. Wenn der Landwirt die Anlage errichten wolle, müsse er nur die Voraussetzungen erfüllen: befestigte Zufahrt, Kanalisation und so weiter.

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Das klingt einfacher als es ist. Denn die Stadt hatte auch grundlegende Einwände vorgebracht, die eine Biogasanlage an dieser Stelle unmöglich machen können. Demnach widerspricht die Anlage dem Flächennutzungsplan und dem regionalen Grünzug. Der Betrieb einer Biogasanlage beeinträchtige nicht nur die Naherholung, sondern störe auch die Tier- und Pflanzenwelt im nahe gelegenen Naturschutzgebiet „Im Hengstern“ und im Landschaftsschutzgebiet. In einer Mitteilung an das Stadtparlament vom 28. Januar steht eindeutig: „Das Bauvorhaben ist auch ohne Rücksicht auf die Veränderungssperre nicht genehmigungsfähig.“ Unterschrift: Bürgermeister Jürgen Hoffmann.

Quelle: op-online.de

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