Bischof aus Jügesheim

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Grabsteine schweigen, erinnern aber mit ihren Inschriften an die großen Söhne Jügesheims.

Jügesheim (pul) ‐ Der November gilt als melancholischer Monat. Die Bäume haben ihr Laub abgeworfen und die Menschen bereiten sich langsam auf Weihnachten vor.

Vor dem Fest der Liebe rufen die Feiertage Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Totensonntag sowie Buß- und Bettag zur Besinnung auf. Dabei entdecken aufmerksame Friedhofsbesucher bekannte Söhne der Stadt, die in Jügesheim das Licht der Welt erblickten, hier wirkten und letztendlich ihre ewige Ruhe fanden.

Bischof Gratian Grimm (1901 - 1972).

In einem der vier Priestergräber neben der Trauerhalle auf dem alten Friedhof liegt seit dem 28. November 1972 Bischof Petrus Gratian Grimm. 1901 geboren, entschied er sich als junger Mann nach schwerer Krankheit Missionar zu werden, wie Berthold Werner im Archiv des Heimatvereins nachschlägt. Drei Jahre nach seiner Priesterweihe am 10. August 1930 reiste Grill als 32-Jähriger Missionar nach Tienshui in der chinesischen Provinz Kansu. Im April 1949 wurde er zum Bischof der Diözese Tienshui ernannt. Drei Jahre später von den Kommunisten Maos aus dem Reich der Mitte ausgewiesen, bereiteten ihm die Jügesheimer als neuem Ehrenbürger einen begeisterten Empfang.

Am 8. August 1954 weihte Bischof Petrus Gratian Grimm die St.-Marien-Kirche in Dudenhofen und 1969 den damals neuen Altar der St.-Nikolaus-Kirche.

Blütezeit im Jahr 1896 durch Bau der Bahnlinie

Nur wenige Meter von Grimms letzter Ruhestätte entfernt liegt das Grab mit der Aufschrift: „Franz Ad. Appelmann, Bürgermeister von 1883 bis 1911“. Eine Blütezeit erlebte Jügesheim durch den Bau der Bahnlinie 1896. Im Jahr 1905 zählte der Ort 2087 Einwohner. Die Geschicke leitete der gerade mal acht Köpfe zählende Gemeinderat. Beim Metzger legten Käufer zu jener Zeit für 500 Gramm Fleisch 80 Pfennig auf die Ladentheke.

Ebenfalls aufwärts mit der Wirtschaft ging es zur Amtszeit von Adam Josef Jäger. Zu Lebzeiten in der Ludwigstraße 45 zu Hause, liegen seine sterblichen Überreste seit dem 24. Oktober 1983 in der Nähe des Wasserturms. Zur Zeit des Wirtschaftswunders stand er 1950 bis 1962 an der Spitze der Gemeinde und löste Adam Sahm ab, der aus gesundheitlichen Gründen sein Bürgermeisteramt zur Verfügung stellte. Als fröhlicher und netter Mensch hat er mit dem Satz „Ich hatte immer Glück im Leben“ Einzug in die Geschichtsbücher gehalten. In seine Ära fielen der Bau der Georg-Büchner-Schule und der Trauerhalle an der Ludwigstraße.

Quelle: op-online.de

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