Präventionstag für Schüler

Bitte nicht drängeln und schubsen

Jügesheim (eh) - Sicherheit im Schulbus stand gestern für die Siebtklässler der Georg-Büchner-Schule auf dem Stundenplan. Viele von ihnen fahren seit zwei Jahren mit dem Bus zur Schule. Doch auch sie konnten noch etwas lernen.

Präventionstag für Schüler

Reaktion auf Gewalt und Verhalten im Schulbus: Beim Präventionstag „Sicherer Schulbus“ des Polizeipräsidiums Südosthessen in Rodgau wird den Schülern gezeigt, wie sie sich auf dem Weg zur Schule verhalten sollten.

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Drängeln und Schubsen gehört an manchen Haltestellen zum Alltag, wenn 100 Schüler gleichzeitig in den Bus einsteigen wollen. Wozu eigentlich der ganze Stress? Uwe Böer von der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) Offenbach plädiert für mehr Gelassenheit: „In den Bus kommt jeder rein. “ Er selbst stelle sich dann lieber in die letzte Reihe, „weil ich mit den Dränglern nichts zu tun haben will“.

Einen Sitzplatz bekommt der KVG-Mann auf diese Weise sicher nicht. Kein Problem: Im Linienverkehr seien die wenigen Sitze ohnehin bevorzugt für ältere und behinderte Menschen gedacht.

Bis zu 90 Fahrgäste darf ein Linienbus mitnehmen, die meisten davon stehend. Zwei Regeln sind notwendig, damit überhaupt so viele Leute Platz finden. Erstens: Nach hinten durchgehen. Zweitens: Schultasche absetzen. Die Siebtklässler probieren es aus: Sie stellen ihre Taschen auf den Boden, längs zwischen die Beine, und schon passt ein Schüler mehr in die Reihe. Bequem ist das zwar nicht, aber allemal sicherer: Wenn man die Schultasche auf dem Rücken trägt, genügt oft eine kleine Bewegung und schon hat ein sitzender Fahrgast den Ranzen im Gesicht.

Busse gehören zu den sichersten Verkehrsmitteln

Und noch etwas schärft Uwe Böer den Siebtklässlern ein: Wer bei der Abfahrt eines Busses noch an der Haltestelle steht, sollte zurücktreten und einen Meter Abstand zum Bordstein halten: „Das Heck schwenkt aus.“ Ein kleiner Versuch beweist, dass der Sicherheitsabstand noch aus einem anderen Grund wichtig ist: Wer zu nah am Bus steht, wird nicht gesehen. Ein Junge klettert auf den Fahrersitz und vor dem rechten Scheinwerfer stellen sich sechs Mitschüler auf. Nur zwei von ihnen kann der „Fahrer“ sehen.

Linienbusse gehören laut Polizeistatistik zu den sichersten Verkehrsmitteln. Von Januar 2010 bis Mai 2012 wurden in Stadt und Kreis Offenbach nur sieben Unfälle mit Linien- und Schulbussen registriert. „Lediglich in einem Fall wurde dabei ein Schüler leicht verletzt“, berichtet Sven Kugler, der Jugendkoordinator der Polizeidirektion Offenbach. Bei einer Rangelei zwischen zwei Schülern stieß ein 14-jähriger Junge gegen die Seite eines einfahrenden Busses. Ein Hinterrad überrollte den Fuß des Schülers.

Sicherheit im Schulbus heißt nicht nur Unfälle zu vermeiden. Polizisten sprachen mit den Siebtklässlern gestern auch über das richtige Verhalten bei Konflikten und Gewalt: Nicht wegsehen, sondern dem Schwächeren beistehen heißt die Devise. Durch Zivilcourage im richtigen Moment kann es gelingen, dass ein Streit noch glimpflich ausgeht.

Quelle: op-online.de

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