Blaue Blüten für Maria

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Anneliese Aberle und Manuela Lesnik an einem Marienfenster des Museums.

Nieder-Roden ‐ Rote Weigelien, blaue Iris und weißer Jasmin schmücken an Fronleichnam die Fenster des Heimatmuseums Nieder-Roden, wenn die katholischen Christen hinter dem Allerheiligsten durch den Ort ziehen. Von Ekkehard Wolf

Vor 18 Jahren hat der Arbeitskreis für Heimatkunde den fast vergessenen Brauch des Fensterschmucks wiederbelebt. Während anderswo Blumenteppiche auf die Straße gestreut werden, stellt man in Nieder-Roden Heiligenfiguren ins Fenster, mit Blumen, Kerzen und Spitzendeckchen.

„In meiner Kindheit ist noch geschmückt worden“, erinnert sich Anneliese Aberle. Seit 1992 lässt sie die Tradition wieder aufleben: anfangs unter Anleitung von Friederike Schmitt (†) und nach deren Tod in eigener Regie. Wenn Anneliese Aberle am Tag vor Fronleichnam mit der Gartenschere kommt, öffnen viele Bekannte bereitwillig ihre Gärten. In diesem Jahr kommen die Blumen unter anderem von Birgit Resch, Elfriede Simon und Manuela Lesnik.

Auch ein kleiner Altar aus den 1930-er Jahren wird zum Fronleichnamsfest geschmückt.

Der Blumenschmuck folgt der Farbsymbolik der liturgischen Farben. „Zur Maria stellt man kein Rot“, ist eine der Grundregeln, denn die Farbe des Blutes ist den Märtyrern vorbehalten. Die Gottesmutter Maria hingegen verbindet man mit den Farben des Lichts (Weiß) und der Reinheit (Blau). Tiefrote Blüten umrahmen die Herz-Jesu-Statue, während die Elisabeth möglichst mit Rosen umgeben sein soll.

Mit der Vergrößerung des Museums erweitert sich auch der Blumenschmuck, wie Ilse Eberhardt vom Arbeitskreis für Heimatkunde sagt: „Bisher hatten wir drei Frontfenster, jetzt sechs.“

„Früher sind auch Birken an die Häuser gestellt worden und die Straßen sind mit Gras bestreut worden“, erinnert sich Anneliese Aberle. Für die Bauern im Nachbarort war das ein wichtiger Hinweis: „Die Dudenhöfer haben immer geguckt, wie bei uns das Gras getrocknet ist, bevor sie zum Mähen hinausgefahren sind.“

Quelle: op-online.de

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