Jügesheimer Heimatmuseum

Blick in die Ortsgeschichte

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Einen Blick zurück warfen Besucher des Heimatmuseums, das an die Ausstellungen der vergangenen 30 Jahre erinnerte.

Jügesheim - Von der ersten Krippenausstellung über Puppen, Bügeleisen und Themenausstellungen bis hin zur großen Gedenkausstellung für die Kriegstoten und den „Arbeiterbischof“ Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler: Das Jügesheimer Heimatmuseum und der dahinter stehende Verein haben in den vergangenen 30 Jahren eine Menge gezeigt. Von Peter Petrat 

Einen Blick zurück in die Zeit der ersten Ausstellungen konnten die Besucher jetzt im Heimatmuseum im alten Schwesternhaus werfen. Als besonders aufregend hat Vereinsvorsitzender Josef Herbert Spahn während seiner Zeit im Vorstand die Ausstellung zu den Jügesheimer Pfarrern aus dem Jahr 2008 und die Ausstellung im Gedenken an die Kriegstoten im Jahr 2005 in Erinnerung.

Besonders groß und aufwendig war die Präsentation über den Mainzer Bischof Wilhelm Emmanuel Freiherr von Ketteler, der seiner Zeit die Kirche St. Nikolaus geweiht hatte. 50 Tafeln waren damals dicht gedrängt zu sehen gewesen. Ein ganz besonderer persönlicher Höhepunkt für den Vorsitzenden war jedoch der Besuch von Schülern der Wilhelm-Busch-Schule, die nicht nur eine Spende, sondern auch selbst verfasste Berichte und Texte von ihrem vorangegangenen Besuch mitgebracht hatten. Am 20. Januar 1984 hatte die erste Geschichtsausstellung in Jügesheim stattgefunden, damals noch beim SV Jügesheim, da es noch kein Museum gab. Gut fünf Jahre zuvor wurde der dahinter stehende Verein im Kasino der „Rodgau Bank“ (heutige Vereinigte Volksbank) gegründet. Damals jedoch noch mit dem Namen „Förderkreis Giesemer Fastnacht“ und mit der Absicht, den Fastnachtsumzug zu sichern und zu erhalten.

„Jügesheim in alten Ansichten“

Adam Keller brachte durch seinen Wissensdurst den Stein ins Rollen. Er gilt als „Urvater“ des Museums. Das Foto zeigt ihn an seinem 70. Geburtstag, wie er Gratulationen von Melanie Meyer-Marbach von der IGEMO empfängt.

Das erste Buch zur Heimatgeschichte erschien im Jahr 1985 unter dem Titel „Jügesheim in alten Ansichten“ und beinhaltete überwiegend historische Fotos. Verantwortlich hierfür waren Adam Keller und Günther Twardy gewesen. Schnell kamen dann Brauchtumspflege und Heimatgeschichte hinzu. „Urvater“ Adam Keller, der damals im SV Jügesheim aktiv und zugleich sehr an der örtlichen Geschichte und Kultur interessiert war, initiierte die Geschichtsforschung und die Brauchtumspflege. Nachdem 1988 auch die Heimatkunde offizieller Bestandteil geworden war, wurde zwei Jahre später das alte Schwesternhaus zu einem Museum umgebaut. Nach zwei Jahren Bauarbeiten öffneten sich dort die Türen zur ersten Ausstellung.

Weiter ging die Entwicklung des Museums mit Gerd Lämmlein, der während der Umbauphase des Museums dazukam und eine umfangreiche Sammlung an Fossilien und Gesteinen mit einbrachte. Durch einen glücklichen Umstand ließen sich preiswert 30 Vitrinen organisieren, die bis heute die Ausstellung der Erdgeschichte beherbergen. Heute sind diese Funde mit dem Schwerpunkt auf der Region, insbesondere dem Badesee, Kernstück der Exponate im Heimatmuseum. Nun, etwa 100 Ausstellungen später, mahnte das Thema der Ausstellung zur Erinnerung und Hoffnung. Man möchte zwar auch an die Ausstellung damals und die damit verbundenen Menschen erinnern, die sich für die eigene Geschichte interessiert haben, erklärte Vorsitzender Josef Herbert Spahn. Doch möchte man auch auf die Zukunft aufmerksam machen und hofft neue Unterstützer und Helfer zu gewinnen.

Schon mehrfach in der Geschichte von Verein und Museum musste um die Zukunft gebangt werden, überwiegend aus finanziellen Gründen. „Bei uns steht die Uhr immer auf fünf vor zwölf“, erklärte Spahn und zeigte dabei auf die große alte Uhr im Ausstellungsraum, deren Zeiger tatsächlich in besagter Stellung stehen. Aktuell erscheint die Zukunft des Museum durch die Planungen zum Neubau des Ortskerns Jügesheim ungewiss.

Quelle: op-online.de

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