Blitz schlägt ins Rathaus ein

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Am Boden zerstört: Die Bühnenaufbauten der Theatergruppe „Großes Welttheater“ kurz nach dem Unwetter vom Mittwochabend.

Rodgau (eh) - Großer Schrecken, kleiner Schaden: Ein Blitz hat am Mittwoch ins Rathaus eingeschlagen. „Es war schlagartig rasend hell und sehr laut“, berichtet eine Beamtin. Ein PC im Fachdienst „Zentrale Dienste“ gab rauchend den Geist auf.

Viel schlimmer waren die Folgen des Unwetters, das nach 17 Uhr über Rodgau tobte. Auch gestern ging das Aufräumen weiter. „Seit ,Wiebke’ hatten wir dieses Ausmaß der Verwüstung nicht mehr“, berichtet Stadt-Pressesprecherin Sabine Fischer. Zur Erinnerung: Der Orkan „Wiebke“ wütete im Jahr 1990.

Besonders hart getroffen wurde diesmal die Freilichtbühne der Theatergruppe „Großes Welttheater“ an der katholischen Kirche Nieder-Roden. Eine Sturmbö verwandelte die Bühne in ein Trümmerfeld. Ein Johanniter-Zelt wurde meterweit hochgehoben und weggeschleudert, so dass das stabile Metallgestänge wie Streichhölzer brach. Ein Laternenmast knickte um. Bühnentechniker liefen im strömenden Regen zum Pfarrzentrum, um zu retten, was zu retten war. Walter Stolz vom Technikteam: „Wir haben alle Geräte in den Keller zum Trocknen gestellt. Sie werden jetzt durchgecheckt, dann werden wir sehen, wie hoch der Schaden ist.“

Die Gewitter der letzten Tage führten nicht nur zu schlimmen Zerstörungen, sondern hatten auch schöne Seiten. Dieses Blitz-Bild ist unserem Leser Christian Alsan in der Nacht zum Mittwoch an der Bushaltestelle Pommernstraße in Weiskirchen gelungen.

Nicht nur die finanzielle Belastung macht den Theaterleuten zu schaffen. „Wir stehen alle unter Schock“, berichtet Bettina Hartmann, die als Äbtissin Aba die weibliche Hauptrolle in „Fata Rotaha“ spielte. Das furchtbare Erlebnis vom Mittwoch habe allen Mitwirkenden den Abschluss ihres Theaterprojekts geraubt: „Vielleicht hätten wir nur für uns noch mal auf den Trümmern spielen sollen. Es ist wie eine offene Wunde.“

Eintrittskarten für die ausgefallene Aufführung werden ab Samstag, 27. August, an den Vorverkaufsstellen zurückgenommen. Etliche Besucher kündigten an, auf die Erstattung zu verzichten, um dem Welttheater ein Finanzdesaster zu ersparen. Walter Stolz: „Für solche Schäden gibt es keine Versicherung. Das ist höhere Gewalt.“

50 Sturm-Einsätze bewältigte die Freiwillige Feuerwehr zwischen 17.20 und 23 Uhr: umgestürzte Bäume herabgefallene Dachziegel. Am Fasanenweg wurde ein Auto unter einem Baum begraben. Am Donnerstag um 4 Uhr früh mussten auf der Straße zur Kläranlage zwei Bäume beiseite geräumt werden.

Bilder vom Unwetter

Sturm über Rodgau und Rödermark

Wer Gefahrenstellen an öffentlichen Grundstücken und Wegen sieht, kann sich unter Tel: 8296-4000 melden.

Der Spielplatz am Wasserturm wurde gestern vorübergehend gesperrt. Bauhof-Arbeiter kontrollierten Spielplätze und Fahrradwege im Stadtgebiet. Wie lange es dauern wird, bis die Gefahren beseitigt sind, ist noch unklar. Auf der Suche nach Sturmschäden bittet der Bauhof um die Mithilfe der Bevölkerung.

Auch Sportler hatten indirekt unter dem Unwetter zu leiden. Das Kreisliga-C-Spiel SKV Hainhausen II gegen TSV Dudenhofen III fiel am Mittwoch aus, weil der Schiedsrichter wegen der schlechten Straßenverhältnisse eine Stunde zu spät kam.

Quelle: op-online.de

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