Rodgau blüht auf

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So bunt waren früher viele Wiesen: Die Blumenwiese an der Mainzer Straße ist ein Beitrag zur Artenvielfalt.

Rodgau - Nicht nur langweiliges Grün, sondern blühende Vielfalt soll bald an Straßenrändern und in ausgewählten Grünanlagen regieren. Als Beitrag zur biologischen Vielfalt hat die Stadt Rodgau fünf Flächen mit etwa 3000 Quadratmeter als Blühwiesen angelegt.

Die ersten Erfolge sind bereits sichtbar. Arbeiter des Fachbereichs Grünanlagen und Forst haben die Blütenpracht im Winter und Frühjahr vorbereitet. Sie haben die Flächen aufgebrochen, mit neuer Erde aufgefüllt und mit speziellen Saatgutmischungen eingesät. Vier unterschiedliche Mischungen sollen nun in Rodgau aufblühen, zwei davon sind speziell für Wildbienen und Schmetterlinge geeignet. Bis jetzt ist allerdings noch nicht viel zu sehen, wie Fachbereichsleiter Hartmut Jerulank bedauert: „Im Moment müssen wir wohl noch ein wenig warten, denn die lange Kälteperiode hat dem Saatgut zugesetzt. Aber in einigen Tagen kann man die bunten Farben und Arten genießen.“

Dann können sich auch die Insekten satt essen und die Kraft tanken, die sie für die Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen brauchen. Auf zwei Flächen wurden zudem Wildblumen ausgesät, die die bereits vorhandenen Pflanzengemeinschaften ergänzen. Das Stadtparlament hat sich die so genannte „Biodiversität“ auf die Fahne geschrieben und beschlossen, dass stadteigene Grünflächen und Straßenränder weniger gemäht werden sollen. Stattdessen soll sich darauf ein bunter und vielfältiger Pflanzenteppich entwickeln. Pflanzen, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern vor allen Dingen die Nahrungsversorgung für Wildbienen, Schmetterlingen und andere Insekten sichern. Diesen Auftrag des Parlaments hat der Fachbereich Grünanlagen und Forst nun umgesetzt.

Die Vegetation dieser Flächen ist so ausgelegt, dass sie zwischen ein und drei Jahren anhalten. Die Pflanzen werden erst nach dem Abblühen im August oder September abgemäht und das vorhandene Saatgut bleibt liegen. Beim Mähen der Blühwiesen kommt dann statt des herkömmlichen Mähers ein so genannter Balkenmäher zum Einsatz, denn der Bewuchs ist entsprechend üppig.

Frühlingsbilder unserer Leser

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Weitere ausgesuchte Flächen wie beispielsweise entlang der Rodgau-Ringstraße oder im Martin-Luther-Park in Dudenhofen werden nur noch ein- bis zweimal pro Jahr gemäht. Auch diese Flächen sollen in den nächsten Jahren gezielt durch ehemals einheimische Pflanzenarten ergänzt werden, um dort wieder Blütenwiesen für Insekten und Bienen anzusiedeln. Zum Schutz der Insekten verzichtet die Stadt zudem auf den Einsatz von Pestiziden.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt ist die Behandlung von Wildkrautflächen im öffentlichen Raum. Auch hier wird auf den Einsatz der „chemischen Keule“ verzichtet. Wenn eine bestimmte Art „Unkraut“ überhand nimmt, wird sie thermisch bekämpft. Wo das nicht möglich ist, bleibt nur Handarbeit mit dem Schuffeleisen. Der Fachbereich Grünanlagen und Forst soll in den nächsten Jahren noch mehr unternehmen, um dem Artenschutz und der Artenvielfalt gerecht zu werden. Damit soll er nach und nach die Lebensbedingungen für Insekten und andere Tiere im Stadtgebiet verbessern.

(eh)

Quelle: op-online.de

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