Bodenfund kehrt heim

+
Diese Grabbeigaben wurden nach dem Dudenhöfer Fund rekonstruiert. Sie sind etwa 3100 Jahre alt.

Dudenhofen (eh) - Der zweitälteste archäologische Fund aus Dudenhofen kehrt an seinen Ursprungsort zurück. Das rund 3100 Jahre alte Tongefäß soll einen Ehrenplatz im Heimatarchiv des Vereins Heimat, Geschichte und Kultur in Dudenhofen (HGKiD) erhalten.

Es wird am Samstag, 25. März, im Bürgerhausfoyer feierlich an den Verein überreicht.

Das bauchige Gefäß hat die stattliche Höhe von etwa einem halben Meter. Es handelt sich um eine Urne, in der einst die Asche eines Toten bestattet wurde. Das war zwischen 1200 und 1100 vor Christi Geburt. Bei einer Grabung im Herbst 2007 kam die Urne wieder ans Tageslicht: zwar in Scherben, aber vollständig. Eine Restauratorin puzzelte die Teile zu einem kompletten Gefäß zusammen. Das ist selten, denn oft werden solche Urnen beim Umpflügen eines Ackers zerstört. Doch dieses Exemplar war offenbar nicht sehr stabil und brach unter dem Gewicht der Erde zusammen. Für die Archäologen war das ein Segen: Die Scherben lagen so tief, dass kein Pflug ihnen schaden konnte.

Grabung im „Lettloch“

Gesine Weber leitete damals die Grabung im „Lettloch“ zwischen Dudenhofen und Seligenstadt. Am 25. März spricht die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde über den Fund aus der Bronzezeit und dessen Bedeutung.

Eine geplante Aufforstung hatte die Bodendenkmalpflege auf den Plan gerufen: Als Ausgleich für die Erweiterung des Frankfurter Flughafens musste die Firma Fraport auch bei Dudenhofen ein neues Waldstück anlegen. Ganz in der Nähe waren früher schon Werkzeuge aus der Steinzeit gefunden worden. Nach eineinhalb Wochen hatten die Kreisarchäologinnen und ihre Helfer 14 Abfallgruben aus der mittleren Eisenzeit (um 500 vor Christus) freigelegt. Die Überreste der sehr viel älteren Urnenbestattung entdeckten sie erst am letzten Tag.

Eine kleine Sensation

Für Dudenhofen war es eine kleine Sensation, als die restaurierten Funde im Januar 2009 in der örtlichen Sparkassenfiliale erstmals öffentlich präsentiert wurden. „Eine wunderbar gefertigte Keramik“, sagte Gesine Weber damals. Ohne Töpferscheibe war das große Tongefäß vor gut 3 100 Jahren von Hand geformt worden. Die dünnen Wände, nur wenige Millimeter stark, beweisen große Kunstfertigkeit. Als besonders selten bezeichnete die Archäologin aber ein kleines Bronzemesser von 14 Zentimeter Länge, das zu den Grabbeigaben zählte: „Der oder die Bestattete war offensichtlich nicht der Ärmste.“

Nun kehren die Bodenfunde nach Dudenhofen zurück. „Es ist schön, so etwas im Ort zu haben“, meint Klaus Klein, der Vorsitzende des Heimatvereins: „Das wirkt wie ein Magnet und wird mehr Leute in unser Archiv locken.“

Ein Jahrtausende altes Einzelstück

Ein Jahrtausende altes Einzelstück kann man nicht so einfach von hier nach da versetzen, auch wenn es nur ein paar Kilometer Luftlinie sind. Der Heimatverein musste eigens einen Vertrag mit dem Landschaftsmuseum Seligenstadt schließen, um die Dudenhöfer Urne als Dauerleihgabe wieder nach Dudenhofen zu holen. Die Schreinerei Klein baut eine spezielle Vitrine, die der Förderkreis für kulturelle Projekte bezahlt.

Vom Gewicht des Bodens flachgedrückt: In diesem Zustand wurde die bronzezeitliche Urne 2007 gefunden.

„Die Versicherung war das Schwierigste bei der Sache“, berichtet Klaus Klein. Dank der Sparkasse Langen-Seligenstadt sei es gelungen, das historische Tongefäß zu einem einigermaßen bezahlbaren Preis zu versichern. Die Urne ist unersetzlich. Aber wie beziffert man den Wert eines solchen Gegenstands? 150 Euro im Jahr muss der kleine Verein nun als Versicherungsprämie aufbringen, aber das ist es dem Vorstand wert. Klaus Klein: „Die Alternative wäre gewesen, dass das Landschaftsmuseum die Urne ins Archiv stellt.“

Als ältestes archäologisches Fundstück aus der Gemarkung Dudenhofen gilt ein Steinbeil aus der Jungsteinzeit, das in einem Museum in Hünfeld verwahrt wird.

Quelle: op-online.de

Kommentare