Boten des Frühlings

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Auch Zierpflanzengärtnerin Simone Gutjahr kümmert sich in der Familiengärtnerei Fischer um die prächtigen Kamelien.

Dudenhofen ‐ Auch wenn das kalte Wetter die Arbeit im Garten noch nicht dauerhaft zulässt, schickt der Frühling erste blühende Boten aus. Traditionell sind dies in Rodgau die herrlichen Kamelien der Gärtnerfamilie Fischer in Dudenhofen. Von Bernhard Pelka

Jetzt stehen sie fast in voller Blüte und entfalten langsam ihre majestätische Pracht. Das kommt gerade rechtzeitig. Denn die Chefs Bernd und Ralf Fischer arbeiten zurzeit zusammen mit dem Musikverein Dudenhofen und vielen Helfern auf einen Höhepunkt des Geschäftsjahres hin: die Kamelienkonzerte in den Gewächshäusern. Sie stehen diesmal unter besonderen Vorzeichen. Schließlich feiern die Dudenhöfer Ausnahmemusiker gerade ihr 100-Jahre-Jubiläum.

Das Programm am 20. und 21. März klingt vielversprechend. Zur profunden und erfrischenden Moderation von Heinz Karnbach erklingt unter anderem die Suite aus Händels Wassermusik, Operettenmusik, Tschaikowskys Slawischer Marsch, nach der Pause dann auch der Fliegermarsch aus der Operette „Der fliegende Rittmeister“ von Dostal. Die musikalische Leitung hat Rainer Fenchel. Karten ausschließlich im Vorverkauf unter Tel.: 06106 21010.

So schön blühen die Frühlingsboten

Prachvolle Kamelien erwachen

Die Vorbereitungen dazu sind umfangreich. Extra für den wohltönenden Anlass bauen fleißige Hände ein Gewächshaus zum schmucken Konzertsaal um. Darin lässt die betörende Blütenpracht von fast 2000 Kamelien den kalten Winter ganz schnell vergessen. Das zieht die Massen an. Jahr für Jahr stimmen sich Hunderte Musikfreunde an zwei Abenden inmitten von 10.000 Blüten auf schöne Frühlingstage ein. Doch bis dieses Wohlgefühl aufkommen kann ist, vergehen im Pflanzenzentrum Blumenau Wochen harter Arbeit.

Vier Mann sind fast drei Wochen lang täglich mit dem Umbau des 1000 Quadratmeter großen Gewächshauses beschäftigt. Die Glas- und Stahlkonstruktion dient eigentlich als rustikale Produktionsstätte. Zum Konzert aber putzt sich das Gebäude so fein heraus wie die Gäste selbst.

Die Zuhörer wollen natürlich gemütlich warm sitzen. Deshalb zieht ein Mitarbeiter des Gärtnereibetriebs Heizungsrohre in die gewöhnlich nicht gewärmte Halle ein. Einen Kilometer wird er verlegt haben, wenn er fertig ist. Durch die Rohre unter der Decke, an den Wänden und unter der Bühne, fließt während der Veranstaltungen dann warmes Wasser.

Um lästige Zugluft auszusperren, hängen die Fischers große Stoffbahnen vor die Glaswände. Natürlich dient das auch der Optik. Zu viel Gärtnerei-Architektur darf aber nicht verhüllt werden. Sonst geht das gewisse Extra des Ambientes verloren. Auch die Bühne ist selbst gemacht und auf die speziellen Bedürfnisse der Kamelienkonzerte zugeschnitten. Auf drei Ebenen bietet das Podest den Musikern 75 Quadratmeter Platz. So viel Aufwand findet immer wieder Beachtung in der Presse. Erst kürzlich haben die Fischers mit ihrer erlesenen Kamelienzucht von mehr als 250 Sorten Rodgau wieder weit über die Grenzen von Deutschland hinaus bekannt gemacht. Europas größtes Gartenmagazin „Mein schöner Garten“ widmete der Familiengärtnerei in seiner Februarausgabe drei Seiten.

Quelle: op-online.de

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