Brandschutz macht Schule

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Hoch hinauf geht‘s auf der Steckleiter. Feuerwehrleute müssen sich in jeder Situation bedingungslos auf ihre Kameraden verlassen können. Beim Klettern hat schon so mancher Schüler seine Höhenangst überwunden - ein Gewinn für die Entwicklung der Persönlichkeit.

Dudenhofen ‐ Mit ihrem Projekt „Brandschutz und Erste Hilfe“ ist die Claus-von-Stauffenberg-Schule für den Bundespreis „Helfende Hand 2010“ nominiert worden. Von Ekkehard Wolf

Im Nachbarort Jügesheim führt Brandschutz zu hitzigen Diskussionen:

„Geheime Übung muss sein“

„Katastrophe“ bis zuletzt geheim

Eine Jury wählte das Projekt in die Gruppe der besten Fünf. Den Preisträger will Innenminister Thomas de Maizière am 5. Dezember verkünden. Eine Schülergruppe reist dazu nach Berlin. „Es kommt mir nicht darauf an, dass wir Erster werden“, sagt Markus Henkel, der die Gruppe ins Leben gerufen hat und als Lehrer in seiner Freizeit betreut.

Schon die Nominierung könne Türen zu Geldgebern öffnen. Ausrüstung und Material werden bisher durch Sponsoren (Sparda-Bank, Sparkasse, Stiftung Miteinander leben) finanziert. Das Land Hessen gibt keinen Cent dazu.

Brandschutz und Erste Hilfe gehören seit vier Jahren zum Angebot des Oberstufengymnasiums. Bisher haben 40 Schüler/innen den Feuerwehr-Grundlehrgang und 50 die Ausbildung zum Sanitätshelfer absolviert. Das bedeutet pro Jahr 130 bis 150 Stunden zusätzlich zum Unterricht.

Teilnehmer überwinden Höhenangst

Dabei gehen viele Teilnehmer über ihre Grenzen hinaus, etwa indem sie ihre Höhenangst überwinden. Markus Henkel berichtet von einer Schülerin, die in Tränen aufgelöst war, als sie sich aus acht Metern Höhe abseilen musste: „Kaum war sie unten, wollte sie auf die Zwölf-Meter-Leiter steigen.“

Bei Feuerwehr und Rettungsdiensten findet die Idee aus Rodgau überregional Interesse. Für die Zukunft hat die Stauffenberg-Schule große Pläne. Henkel: „Nächstes Schuljahr wollen wir auch eine Ausbildung zum Rettungssanitäter anbieten. Das wäre bundesweit einmalig.“

Quelle: op-online.de

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