Farbtupfer oder Schandfleck?

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Die Meinungen zum blauen Brunnen sind geteilt.

Nieder-Roden - (eh) Der „Brunnen der Jugend“ liefert wieder einmal Stoff für Diskussionen. Der städtische Bauhof hat die Wasserbecken am Fuß der Bronzeskulptur blau angestrichen, um den Beton zu schützen.

Ist der blaue Brunnen ein willkommener Farbtupfer oder ein hässlicher Schandfleck?

Erwin Zang (77): „Die neue Farbe gefällt mir wirklich sehr gut. Wasser ist nun mal blau und es jedem Recht machen kann man ja sowieso nicht.“

In der Bevölkerung gehen die Meinungen auseinander, wie eine kleine Umfrage unter Passanten zeigt. Die örtliche CDU lehnt die Farbgestaltung ab. Der Brunnen sei „verschandelt“ worden, urteilt Vize-Vorsitzender Lars Neumann.

Marietta Stamm (49): „Es gibt dezentere Farben als dieses Blau. Man hätte etwas finden können, was mehr mit dem Grün der Patina harmoniert.“

Ortsbeirätin Hannelore Wrede vermutet einen verspäteten Aprilscherz: Sei etwa an ein neues Schwimmbecken für Kleinkinder gedacht? Angesichts des Farbtons schießen die Gerüchte ins Kraut. Manche Leute reden von Kunst, andere vermuten, der Bauhof habe einfach zum falschen Farbeimer gegriffen.

Nathalie Closhen (11): „Es sieht nicht schön aus, weil Hellblau nicht zu dem Brunnen passt. Die alte Farbe war schöner. Der Müll ist Umweltverschmutzung.“

Die Wirklichkeit ist viel harmloser, wie Simone Jäger von der städtischen Pressestelle auf Anfrage mitteilt: „Die blaue Farbe ist eine Grundierung, weil Risse im Beton waren. In zwei, drei Wochen wird das Becken wieder grau gestrichen.“ Auch die fehlende Platte der Brunnenumrandung werde ersetzt. Damit dürfte sich ein Antrag erledigt haben, den die CDU zur nächsten Sitzung des Ortsbeirats angekündigt hat. Demnach sollte die Stadt sowohl den „undurchdachten Anstrich“ als auch die Verletzungsgefahr am Brunnenrand rasch beseitigen.

Nicole Pfeifer (34) mit Luis (1): „Mir wäre die neue Farbe nicht aufgefallen. Schade, dass der Brunnen so dreckig ist. Ich hätte den Beton auch außen gestrichen.“

Auch bei der Sauberkeit gelobt die Stadt Besserung. „Wenn es der Personalbestand zulässt, wird täglich der Müll beseitigt“, kündigt die Pressestelle an. Eine Reinigung des Brunnens erfolge bei Bedarf.

Werner Böhme (79): „Das Blau ist etwas Fröhliches, sonst wäre der Himmel auch nicht blau. Eine helle Farbe wie diese hellt die Laune auf.“

Nach Ansicht des CDU-Ortsverbandes sollte das öfter als bisher sein; ein regelmäßiger Reinigungsturnus sei sinnvoll. Das unterstreicht auch Edgar Krausch vom Partnerschaftsverein Nieder-Roden - Puiseaux. Er kritisiert weniger die Farbe als die Verschmutzung des Brunnens mit Scherben sowie aufgelösten Eiswaffeln und Eisbechern.

Beim Weinfest im Sommer mache der Partnerschaftsverein immer wieder die Erfahrung, dass die Reinlichkeit am Puiseauxplatz zu wünschen übrig lasse.

Quelle: op-online.de

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