Brutaler Überfall bei WM-Party

Todesangst statt Glücksgefühle

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Nicht immer verlief die WM-Party in Rodgau friedlich: Her das Bild einer kaputten Autoscheibe - es handelt sich dabei allerdings nicht um das Auto, das bei dem brutalen Überfall beschädigt wurde.

Rodgau - Der Autokorso vom Sonntag hat ein Nachspiel: Die Polizei ist zwei jungen Männern auf der Spur, die auf einen Autofahrer und dessen Fahrzeug eingeschlagen haben. Für die Opfer war der Angriff ein traumatisches Erlebnis.

Todesangst statt Glücksgefühl: Von einer Sekunde auf die andere ist nichts mehr so, wie es war. Für die Frau des Fahrers steht fest: „Ich fahre keinen Autokorso mehr.“ Dabei hat die Jubelnacht so schön begonnen. Mann und Tochter, beide begeisterte Fußballfans, wollen den WM-Titel so richtig auskosten. Euphorie pur. Am Jügesheimer Bahnhof reiht sich der Wagen in den Autokorso ein: Hupen, Fahnen, unbeschreibliche Freude. Eine Minute später ist es damit vorbei. 0.10 Uhr: Am Geschäftshaus „Triangel“ kommt ein dunkler Audi entgegen - „in Zickzacklinien in rasantem Tempo, viel zu schnell für einen Autokorso“. Dem Familienvater entfährt ein entsetzter Ausruf. Bremsen quietschen. Der Audi stoppt. Zwei junge Männer springen heraus. Plötzlich schlagen sie auf den Fahrer und das Auto ein.

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„Der Täter ist mir vors Auto gesprungen und hat mir einen Baseballschläger übergezogen“, berichtet das Opfer. „Der ganze Angriff hat vielleicht 20 Sekunden gedauert.“ Ein Arzt diagnostiziert am nächsten Tag bei dem Autofahrer eine leichte Gehirnerschütterung. Frau und Tochter sind unverletzt. Der Schaden am Fahrzeug liegt nach einer ersten Schätzung zwischen 2500 und 3500 Euro: Beide Hintertüren sind eingedellt, ein Dreiecksfenster eingeschlagen, Außenspiegel und Blinker kaputt.

Drei Stunden sitzen die Opfer am Montag auf der Polizeistation Heusenstamm. Immer wieder gehen sie das Geschehen durch und versuchen, sich an Einzelheiten zu erinnern. Anhand von Fotos erkennen sie mindestens einen Schläger wieder. Ein Polizeisprecher bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass während des Siegestaumels ein grauer Kia beschädigt „und offensichtlich auch jemand verletzt wurde“. Tatverdächtige würden nun vorgeladen, um ihre Aussagen zu machen. Die Polizei suche weitere Zeugen. Kontakt: Tel.: 06104/69080.

Was bleibt, ist die Erinnerung an einen emotionalen Sturzflug - „eben noch Weltmeister, im nächsten Moment Opfer“. Und die Dankbarkeit gegenüber der einzigen Augenzeugin, die Zivilcourage zeigte: Eine Anwohnerin bot spontan an, sich um die Tochter zu kümmern. Die Zehnjährige brauchte nach dem Überfall vor allem Geborgenheit.

(eh)

Quelle: op-online.de

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