Buchautor Zahid Khan

„Mein Leben ist täglich in Gefahr“

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Der Buchautor Zahid Khan lebt rund um die Uhr unter Polizeischutz.

Rodgau - Im Juli 2013 lauerten zwei Angreifer dem Islamkritiker Zahid Khan (57) im Wald unweit dem Badesee auf.

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Der Buchautor aus Nieder-Roden („Der Islam gehört nicht zu Deutschland“, „Die Verbrechen des Propheten Mohammed“) wehrte die Täter mit Schüssen aus einer Pistole ab. Das Landgericht Darmstadt hat die Angreifer und ihren Anstifter zu Haftstrafen verurteilt. Redaktionsleiter Bernhard Pelka sprach mit Khan. Er entstammt zwar dem muslimischen Kulturkreis, wandte sich aber schon als Kind von jeglicher Religionszugehörigkeit ab.

Wie geht es Ihnen aktuell?

Um ehrlich zu sein, mein Leben ist Tag für Tag in Gefahr. Wenn ich eine Kundgebung habe, erreichen mich vorher 200 Drohungen. Mir gegenüber kennt der Islam null Toleranz.

Welche Folgen hat der Angriff für Sie bis heute?

Jeden Tag mache ich mir große Sorgen um meine Familie. Ich danke meiner Familie, dass sie hinter mir steht. Schlimm ist auch: Ich lebe jetzt zwar in einem schönen und freien Land mit freier Meinungsäußerung und Demokratie. Aber meine Situation erinnert mich an mein früheres Leben in Pakistan. Dort war ich Gründer einer Studentenbewegung und ebenfalls dauernd bedroht. Heute ergeht es mir leider wieder so.

Sicher müssen Sie spezielle Schutzmaßnahmen ergreifen.

Die Polizei bewacht mich rund um die Uhr. Dafür bin ich dankbar. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Dafür müssen Sie Verständnis haben.

Ist das noch ein normales Leben?

Nein. Zum Beispiel sind meine beruflichen Aktivitäten sehr begrenzt. Und ich kann nicht frei Sport machen, joggen oder einfach so Veranstaltungen besuchen. Das ist eine bedrückende Situation.

Offenbar denken Sie trotzdem nicht mal im Traum daran, wegzuziehen, um in einem anderen Land sicherer zu sein.

Das habe ich die letzten 20 Jahre schon getan. Ich habe immer wieder durch Ortswechsel versucht, der Situation zu entfliehen. Es hat nicht geholfen.

Welche Perspektive haben Sie dann?

Sicher möchte jeder ein schönes Leben führen. Aber für mich gibt es keinen Weg zurück.

Quelle: op-online.de

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