Ortsbeirat entscheidet über neuen, barrierefreien Standort

Bücherei soll umziehen

Jügesheim - Die Stadtbücherei Jügesheim zieht von der Alten Schule in die neue Seniorenwohnanlage an der Ludwigstraße um, wenn es nach dem Wunsch des Magistrats geht. Anfang 2013 soll die Bücherei dort eröffnen.

Der Magistrat kann den Bücherei-Standort allerdings nur vorschlagen. Die Entscheidung trifft der Ortsbeirat. Dort steht das Thema am Donnerstag, 13. September, auf der Tagesordnung.

In einem Umzug sieht der Magistrat zwei Vorteile. Die neuen Räume sind barrierefrei, so dass sie gerade für ältere Menschen leichter zugänglich sind. Außerdem hat die Bücherei dann etwas mehr Platz, nämlich 167 statt bisher 142 Quadratmeter. Auch Autorenlesungen oder Veranstaltungen der Volkshochschule könnten künftig in der Bücherei stattfinden.

Die Verlegung der Bücherei um 240 Meter nach Norden vermeidet ein leer stehendes Ladenlokal. Offenbar war es nicht gelungen, für das Erdgeschoss der Ludwigstraße 58 bis 60 einen geeigneten Mieter zu finden. Eigentlich hatte die Stadt dort auf ein Seniorencafé, eine Praxis für Krankengymnastik oder das Büro eines Pflegedienstes gehofft.

„Das war ursprünglich nicht so geplant, aber es ist die beste Lösung“, räumt die städtische Pressesprecherin Sabine Fischer ein. Die Stadt habe einen Mietertrag von acht Euro pro Quadratmeter zwar „angedacht“, aber nicht fest eingeplant: „Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung sind nur die Mieteinnahmen der Wohnungen eingerechnet worden. Es macht uns finanziell kein Kopfzerbrechen, wenn wir Räume an die Bücherei vergeben.“

Auch mit Blick auf die künftige Stadtentwicklung hat der Umzug Sinn: Er macht den Weg frei für einen möglichen Verkauf der Alten Schule.

Auch wenn die Bücherei ins Erdgeschoss der neuen Wohnanlage einziehen soll: Die Hauptsache in dem Gebäudekomplex sind 20 Sozialwohnungen. Sie sind barrierefrei angelegt, so dass sie sich besonders für Senioren und Behinderte eignen. Errichtet werden eine Ein-Zimmer-Wohnung, 14 Zwei-Zimmer- und fünf Drei-Zimmer-Wohnungen. Die Stadt darf sie nur Mietern überlassen, deren Einkommen bestimmte Grenzen nicht überschreitet.

Die Kosten für Grundstück und Neubau sind mit 4,3 Millionen Euro veranschlagt. Das Land Hessen beteiligt sich mit 1,3 Millionen, die Stadt zunächst mit 200.000 Euro. Die übrigen Baukosten werden durch lang laufende Kommunaldarlehen zu niedrigen Zinssätzen finanziert. Die CDU-Stadtverordnetenfraktion hatte dieses Finanzierungsmodell abgelehnt, da es zukünftige Generationen über Gebühr belaste.

eh

Quelle: op-online.de

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