Schwarze Zahlen mit grüner Energie als Ziel

Rodgau/Rödermark (eh) - Die Gründung der Bürger-Energiegenossenschaft Rodgau/Rödermark verzögert sich weiter. Das Gründerteam um Franz Dürsch, Reinhard Seyer und Volker Feldmann begründet das mit dem Mangel an Erfolg versprechenden Projekten.

Es sei jedoch erklärtes Ziel der Initiative, die Genossenschaft noch in diesem Jahr zu gründen. Einen neuen Namen gibt es bereits: Statt „Begro“ soll die Genossenschaft „Ener Go“ heißen.

Ursprünglich sollte die „Begro“ am 1. März starten. Die Initiatoren zogen jedoch die Notbremse, als die Bundesregierung ankündigte, die Einspeisevergütung für solar erzeugten Strom zu kürzen. Das erste Vorhaben, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses Süd für rund 100.000 Euro, drohte dadurch unwirtschaftlich zu werden.

Das Interesse in der Bevölkerung ist ungebrochen. Fast 200 Personen stehen auf der Liste derer, die mit Informationen versorgt werden. Trotz intensiver Arbeit an Strategien, Marketing, Formalien und Berechnungen hat das Gründungsteam nach eigenen Angaben noch kein Ergebnis erzielt, das einen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lässt.

Allein schon wegen der erheblichen Eigenkosten einer Genossenschaft ist ein bestimmtes Geschäftsvolumen notwendig. Ursprünglich schienen in Rodgau und Rödermark genügend Projekte zu existieren, um die Wirtschaftlichkeit zu garantieren. Doch da die Anlagen in Rödermark nun direkt von der Stadt realisiert werden, reichen die bisher in Rodgau angebotenen Dächer nach Ansicht der Gründer nicht aus. Es gebe auch noch keine weiteren konkreten Vorhaben auf Basis anderer Technologien.

Gründung noh in diesem Jahr geplant

Vor diesem Hintergrund will das Gründungsteam nun die Gründung der Genossenschaft verschieben, bis ausreichend Vorhaben zur Verfügung stehen. Die Mitglieder sehen sich in der Pflicht, das ihnen anvertraute Geld der Bürger nicht nur ordentlich zu verwalten, sondern auch rentabel einzusetzen. Nach wie vor verfolgen sie das Ziel, mit grüner Energie schwarze Zahlen zu schreiben.

Der Traum einer Energiewende, die von Bürgern getragen und wesentlich beeinflusst wird, ist für die Initiatoren noch nicht ausgeträumt. Franz Dürsch: „Wir sind angetreten, mit unserem Einsatz einen aktiven Beitrag für die Energiewende leisten zu wollen. Am Ende werden wir beweisen, dass es funktioniert.“ Einige Projekte in Rodgau, vor allem die Photovoltaikanlagen auf den Feuerwehrhäusern, seien in einem entscheidungsreifen Status.

Noch in diesem Jahr soll die Gründung der Genossenschaft über die Bühne gehen. In einem Rundbrief an die Interessenten werben die Initiatoren für ihren Kurs: „Wir werden selbstverständlich weiterhin den Kontakt zu den politisch Handelnden beider Gemeinden suchen. Das Team ist sich einig, dass der wirklich große Wurf eines Klimawandels nur in enger Zusammenarbeit mit den Kommunen gelingen kann.“

Quelle: op-online.de

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