Energiegenossenschaft

Bürger für neue Energie: Solardach auf Kläranlage

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Rodgau/Rödermark - Jetzt wird’s ernst mit der gemeinsamen Bürger-Energiegenossenschaft in Rodgau und Rödermark. Am Donnerstag, 2. Mai, hat sie sich im Parkhotel Frankfurt-Rödermark gegründet.

Gründungsmitglied Volker Feldmann aus Rodgau hofft, dass von den bisher etwa 230 Interessenten mindestens 50 jeweils mehrere Anteile im Wert von je 100 Euro zeichnen. Auf diese Weise möchte die Genossenschaft Geld sammeln für Projekte.

Das erste Projekt wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kläranlage in Weiskirchen sein. Hier springen die Stadtwerke Rodgau zunächst als Geldgeber ein. Die Genossenschaft werde sich dann aber in die etwa 40 000 Euro teure Anlage einkaufen. Die Konditionen würden noch ausgehandelt, hieß es. Feldmann sagte vor der Presse, er könne sich für die Genossenschaft eine Beteiligung zum Beispiel auch an den drei in Rodgau geplanten Windrädern vorstellen. Ob dieses Projekt allerdings realisiert wird, ist derzeit offen. Dem stehen möglicherweise zu geringe Renditen wegen zu sanften Winds entgegen.

Windgeschwindigkeit von 5,75 Meter pro Sekunde

Die Landesregierung geht davon aus, dass solche Anlagen erst ab einer Windgeschwindigkeit von 5,75 Meter pro Sekunde in 140 Metern Höhe wirtschaftlich betrieben werden können. In Rodgau werden nur 5,5 Meter pro Sekunde erreicht.

Dass auch 5,5 Meter pro Sekunde reichen, war einst auch Auffassung der Landesregierung. Im neuen Landesentwicklungsplan soll nun allerdings der Grenzwert auf 5,75 Meter pro Sekunde gehoben werden.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann teilte mit, die Stadt führe wegen der Windräder mit dem Regierungspräsidium Darmstadt und dem Naturschutzbund gute Gespräche. Er hoffe auf einen positiven Ausgang. „Das ist ein Wettlauf“, sagte er zur Debatte um den neuen Grenzwert.

Die Genossenschaft wird in Zukunft unter dem Namen „Ener Go“ auftreten. Eine Gruppe engagierter Bürger hat sich zusammengefunden und die Gründung organisiert. Damit verbunden war die Konstituierung eines Aufsichtsrats und eines Vorstands. Die Gründung wurde unterstützt durch die Bürgermeister Jürgen Hoffmann (Rodgau) und Roland Kern (Rödermark), die beide Gründungsmitglieder sind.

Hauptaufgabe der Genossenschaft

Hauptaufgabe der Genossenschaft wird es sein, die Städte in ihren Bemühungen um den Schutz des Klimas durch Kohlendioxideinsparung zu unterstützen. Dazu wird mit der Genossenschaft eine Plattform geschaffen, die bürgerschaftliches Engagement für erneuerbare Energien unterstützt.

Die Genossenschaft schafft die Voraussetzungen, dass die finanziellen Vorteile, die mit der Errichtung von Anlagen zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung regenerativer Energien verbundenen sind, verfügbar gemacht werden können. Dies gilt nicht nur für die Städte, sondern auch für das regionale Gewerbe und die Bürger.

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Zu den geplanten Projekten zählen Anlagen der Photovoltaik, der Windenergie und der Wärmeversorgung. Die Genossenschaft wird diese Anlagen projektieren, finanzieren und teilweise auch betreiben. Diese Aktivitäten unterstützen nicht nur den Klimaschutz, sie legen auch die Grundlage für eine Technologie, die es ermöglicht, die beiden Städte in Zukunft zunehmend mit erneuerbaren Energien zu versorgen.

Energieeffizienz und Energieeinsparung

Darüber hinaus betrachtet es die Genossenschaft als ihre Aufgabe, das Thema Energieeffizienz und Energieeinsparung weiter voranzutreiben. Sie wird dazu in allen Fragen der erneuerbaren Energien als Ansprechpartner, Berater und Impulsgeber zur Verfügung stehen.

Der nächste Schritt ist der Eintrag ins Genossenschaftsregister. Parallel dazu wird eine Versammlung vorbereitet, bei der sich die neu gegründete Genossenschaft der Öffentlichkeit vorstellt. Präsentiert werden in dieser Veranstaltung zukünftige Projekte. Außerdem wird erläutert, wie sich Bürger an der Genossenschaft beteiligen können. Die Versammlung findet voraussichtlich im Rodgauer Rathaus statt.

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bp

Quelle: op-online.de

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