„Bürgerhaus braucht Gaststätte“

Dudenhofen (eh) - Auch künftig soll es im Bürgerhaus Dudenhofen eine Gaststätte geben. In einer Diskussion mit dem Ortsbeirat betonte die Interessengemeinschaft der Ortsvereine (IGEMO) am Mittwoch die Notwendigkeit eines solchen Treffpunkts der Bürger und der Vereine.

Irritiert zeigte sich der IGEMO-Vorstand über die Kündigung des Pachtvertrages mit dem Gastwirts-Ehepaar. Ein Gespräch aller Beteiligten wäre sinnvoller gewesen als gleich Fakten zu schaffen, so Vize-Vorsitzender Werner Seib.

Die Stadt hatte den Pachtvertrag zum 30. Juni gekündigt, um freie Hand für Umbau oder Sanierung der Räume zu haben. Daraufhin waren im Ort Gerüchte hochgekocht, das Restaurant werde für immer schließen.

Die Kündigung bedeute nicht zwangsläufig das Aus für die Bürgerhausgaststätte, sagte Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) vor der Presse. Bauliche Maßnahmen seien aber nur möglich, wenn die Räume frei seien.

Studie zur Wirtschaftlichkeit

Der Fachdienst Gebäudewirtschaft habe eine Wirtschaftlichkeitsprüfung und eine Konzeptberatung für die Gastronomie in Auftrag gegeben, teilte der ehrenamtliche Stadtrat Werner Kremeier (Grüne) dem Ortsbeirat mit. Diese Studie solle die Grundlage einer Neukonzeption bilden. Es gehe darum, den Anforderungen der Gäste an Räume, Organisation, Service und Angebot gerecht zu werden.

„Bis Juni muss geklärt sein, unter welchen Umständen die Gaststätte weiterbetrieben werden kann“, sagte Ortsvorsteher Gerald Klein (SPD) nach der Sitzung vom Mittwoch: „Eine Sanierung ist nicht im laufenden Betrieb machbar. Eine Zeit lang wird es so sein, dass die Gaststätte nicht nutzbar ist.“ Klein hat Verständnis für den Wunsch nach einem gastlichen Treffpunkt an zentraler Stelle: „Vereine und Senioren sind natürlich schon daran interessiert, eine bezahlbare Gastronomie zu haben.“

Bewirtung im Saal sollte Sache des Pächters sein

Stadtrat Michael Schüßler (FDP) spricht von einem „massiven Sanierungsstau“ bei der Gaststätte. Geld, das die Stadt dort investiere, müsse sie über den Pachtzins wieder hereinholen. Schüßler verweist auf Bürgerhäuser und Stadthallen anderer Städte, wo die Bewirtung im Saal grundsätzlich Sache des Pächters sei. Auch Rodgau habe die Bürgerhausgaststätten ursprünglich so konzipiert, dass sie die Vollversorgung im Saal übernehmen konnten. Dieser Beschluss sei jedoch „sukzessive ausgehöhlt“ worden. Veranstalter hätten derzeit praktisch die Wahlfreiheit, die Bewirtung selbst zu übernehmen oder den Bürgerhauswirt zu beauftragen. „Das Problem ist, dass gerade bei den Veranstaltungen, bei denen es brummt, der Umsatz der Gaststätte entzogen wird“, so Schüßler. Der Stadtrat betont jedoch, dass auch der Getränkeumsatz der Vereine auf den städtischen Biervertrag angerechnet werde. Unsere Zeitung hatte das in der vergangenen Woche falsch dargestellt.

Mit Bedauern nahmen Ortsbeiräte und Vereinsvertreter zur Kenntnis, dass weder Bürgermeister Hoffmann noch Stadtrat Schüßler an der Aussprache am Mittwoch teilnahmen. Laut Auskunft der städtischen Pressestelle hatten beide bereits andere Termine vereinbart, als die kurzfristige Einladung zu der Diskussion eintraf.

Quelle: op-online.de

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