Bürgerhilfe stößt an ihre Grenzen

Rodgau (eh) - Die Bürgerhilfe Rodgau sucht neue Helfer, die älteren oder kranken Mitbürgern ab und zu einen Gefallen tun.

Das Prinzip ist Hilfe auf Gegenseitigkeit: Wer heute einen anderen Menschen im Alltag unterstützt, kann später selbst Hilfe in Anspruch nehmen, wenn er sie braucht. Das funktioniert in Rodgau seit vielen Jahren: Die Bürgerhilfe feiert im nächsten Jahr ihr 25-jähriges Bestehen.

270 Mitglieder der Bürgerhilfe sind derzeit auf kleine Dienste angewiesen. Dabei geht es vor allem um die Begleitung zu Ärzten und Ämtern, um Besuchsdienste und Einkäufe. Diesen 270 Menschen stehen 173 aktive Mitglieder gegenüber, die solche Hilfen anbieten.

Großer Zulauf an Hilfe suchenden Menschen über 80 Jahre

Seit einem Jahr verzeichnet der Verein einen großen Zulauf an Hilfe suchenden Menschen über 80 Jahre. Eine telefonische Befragung hat jedoch Anfang 2012 ergeben, dass 29 bisherige Helfer aus Alters- oder Krankheitsgründen keine der viel angefragten Hilfen mehr leisten können. 30 weitere Helfer sind noch berufstätig oder können nur Dienste anbieten, die wenig gefragt sind.

Die Leistungsbilanz der Ehrenamtlichen ist hoch. Im vergangenen Jahr wurden 3650 Stunden an Hilfe geleistet, das waren 810 Stunden mehr als 2010 oder 1094 Stunden mehr als 2009.

Mitglied, solange man selbst helfen kann

Idealerweise wird man Mitglied, solange man selbst helfen kann. Diese Hilfe ist nicht umsonst. Jede geleistete Stunde wird im Punktesystem dem Konto des Helfers gutgeschrieben. So sammeln die Hilfe leistenden Mitglieder im Lauf der Zeit ein ansehnliches Zeitkonto an, das sie in einer Notsituation einlösen können, wenn sie selbst Hilfe benötigen.

Jeder, ob jung oder alt, kann früher oder später in die Situation kommen, vorübergehend oder dauerhaft die Hilfe anderer Menschen annehmen zu müssen. Daher ist es gut, frühzeitig Vorsorge zu treffen - in einem Kreis anderer Mitglieder gut aufgehoben zu sein - einen festen Ansprechpartner in diesen Situationen zu wissen.

Die Liste der Hilfen

Die Liste der Hilfen, die geleistet werden können, ist lang. Dazu gehören Besuchsdienste bei kranken oder älteren allein Stehenden, Einkäufe, Begleitung zu Ärzten oder Ämtern, stundenweise Kinderbetreuung, die Entlastung pflegender Angehöriger (aber keine medizinischen Leistungen), Grabpflege bei Verhinderung, Hilfe bei Formularen oder Briefen, stundenweise Haustierbetreuung, Blumen gießen oder Briefkasten leeren bei Klinik- oder Reha-Aufenthalt, kleine Reparaturen oder Hilfe am PC. Mitglieder, die im Büro der Bürgerhilfe oder bei Projekten mitarbeiten, erhalten ebenfalls Zeitpunkte.

Neben der Hilfe auf Gegenseitigkeit organisiert der Verein auch sportliche Angebote wie Kegeln, Yoga oder Nordic Walking. Ausflüge, Vorträge und der monatliche Stammtisch bieten die Gelegenheit, neue Kontakte oder Freundschaften zu knüpfen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Dieter Schütz

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