Stadt will mehr Kohle für Kies

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Dieser Besuch von Rodgauer Kommunalpolitikern im Kieswerk am Badesee liegt nun schon drei Jahre zurück. Brisant ist das Thema trotzdem noch immer. Die Stadt mag sich mit dem weiteren großräumigen Abbau nicht anfreunden.

Rodgau (bp) - Die Stadt möchte mit der Firma Kaspar Weiss wegen der vom Regierungspräsidium Darmstadt (RP) genehmigten Ausweitung des Kiesabbaus nachverhandeln. Das kündigte Bürgermeister Jürgen Hoffmann vor der Presse an.

Wie berichtet, hat das RP genehmigt, dass die bestehende Abbaufläche (etwa 28 Hektar) um weitere 24 Hektar wächst. Hoffmann sagte, die Stadt prüfe dagegen rechtliche Schritte. Überdies sieht er bei einem ganzen Bündel von Punkten Diskussionsbedarf:

- Wie sieht es mit der Renaturierung bereits genutzter Abbauflächen aus?

- Wie viel muss die Firma Weiss künftig für den Rodgauer Sand bezahlen? „Die meisten Grundstücke im Abbaugebiet sind uns. Seit 1989 wird der Abbau mit einer Einmalzahlung von damals einer Million Mark abgegolten. Da gibt es Spielraum nach oben für Nachbesserungen.“

- Wie lässt sich der See für die Bürger als Freizeitraum in Zukunft besser nutzen?

Parkplatzkonzept für das Strandbad

Eingebunden in diesen Themenkomplex ist auch ein neues Parkplatzkonzept für das Strandbad am Baggersee. Eröffnet wird das Bad am 28. April. Der Parkplatz wird dann allerdings wohl noch eine Buckelpiste sein. Seit Jahren verspricht die Stadt eine Verbesserung. „Wir hoffen, dass wir bis zur Eröffnung kurzfristig noch etwas hinbekommen“, sagte Hoffmann gestern.

Für Gespräche offen zeigt sich Betriebsleiter Martin Weiss. „Wir können mit der Stadt Rodgau und dem Bürgermeister jederzeit über alle Themen reden“, versicherte er gestern gegenüber unserer Zeitung. „Wir hatten mit der Stadt immer ein gutes Verhältnis und das wollen wir weiter pflegen.“

In Nieder-Roden wird seit Mitte der 70er Jahre Quarzsand gewonnen. Die Firma Kasper Weiss beantragte im April 2009 die Erweiterung des vorhandenen Tagebaus (etwa 28 Hektar) in Richtung Nordwesten um 24 Hektar mit einer Abbauzeit von etwa 25 Jahren. Die Erweiterungsflächen bestehen je zur Hälfte aus Wald und Acker. Im Regionalplan Südhessen ist dieses Gebiet als Vorrangfläche für den Kiesabbau ausgewiesen. Im Planfeststellungsverfahren (Baugenehmigungsverfahren) konnten gemäß dem RP alle Bedenken, die speziell eine mögliche Gefahr fürs Trinkwasser betrafen, ausgeräumt werden.

Quelle: op-online.de

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