Wahlkreisergebnis um mehrere Stunden verzögert

Panne bei Auszählung in Nieder-Roden

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Eine Minute nach 18 Uhr werden die Wahlurnen ausgeleert, wie hier im Bürgerhaus Dudenhofen.

Rodgau - Endloses Warten prägte den Wahlabend am Sonntag in Rodgau. Fast alle Stimmen waren um 21 Uhr ausgezählt. Das letzte Ergebnis kam erst weit nach Mitternacht, fast sieben Stunden nach Schließung der Wahllokale. So spät war es in Rodgau noch nie. Von Ekkehard Wolf 

Was war da los? „Man hat sich einfach verzählt“, sagt Stadt-Pressesprecherin Sabine Hooke. „Das kann jedem mal passieren.“ Das Problem: Der Zählfehler passierte ganz am Anfang, als die Anzahl der Wähler ermittelt wurde. Dabei wurde ein Haken im Wählerverzeichnis übersehen. Später, bei der Auszählung, war deshalb scheinbar ein Stimmzettel zu viel. „Es gibt viele Möglichkeiten, sich zu verzählen“, sagt Hooke. „Aber wenn man ganz zu Anfang falsch abbiegt, zieht sich das durch die ganze Auszählung.“

Aus ihrer Erfahrung mit zahlreichen Wahlen weiß die Pressesprecherin, dass die Anzahl der Wähler im weiteren Verlauf des Abends nicht mehr hinterfragt wird: „Man geht dann eher davon aus, dass man bei der Auszählung der Stimmzettel einen Fehler gemacht hat.“ Die Folge: Der Wahlvorstand zählt und zählt und gelangt doch nie zu einem stimmigen Ergebnis. Man wir hektisch, man wird unruhig, man ist müde. Der Druck steigt, die Konzentration lässt nach, ein Gefühl der Verzweiflung macht sich breit. Irgendwann hilft nur eine Intervention von außen.

Gegen 22.30 Uhr fuhr Wahlleiterin Simone Lapointe ins Wahllokal des Bezirks 302 im Bürgerhaus Nieder-Roden. Ihr Rat: Alles auf Null setzen und noch mal ganz von vorne anfangen. So kam das Wahlhelferteam dem Fehler auf die Spur. Um 0.55 Uhr stellte der Wahlvorstand das Ergebnis fest. Die Auszählung der 609 Stimmzettel hatte fast sieben Stunden gedauert.

Wegen der Zählpanne im Bürgerhaus Nieder-Roden stand das vorläufige Ergebnis des Wahlkreises „Odenwald“ erst am frühen Montagmorgen fest. Zu diesem Zeitpunkt war unsere Zeitung bereits gedruckt. Deshalb liefern wir heute die ergänzte Tabelle nach. 467 ehrenamtliche Wahlhelfer waren am Sonntag im Einsatz. Die Stadt Rodgau besetzt die Wahlvorstände mit sieben Personen, die Briefwahlvorstände mit sechs. Das liegt über der gesetzlich festgelegten Mindestbesetzung mit fünf Leuten. So kann ein kurzfristiger Krankheitsfall nicht die Wahl gefährden. Die Stimmzettel werden so lange aufbewahrt, bis sie der Bundeswahlleiter sie zur Vernichtung freigibt. Sabine Hooke: „Das kann Jahre dauern.“

Prominente Wahlhelfer

Quelle: op-online.de

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