Bunter Mix mit Biss und Melodie

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Kesser Charleston zu Musik des 21. Jahrhunderts: TSV-Tanzgruppe „Chapeau Claque“.

Dudenhofen (eh) ‐ Im Wilden Westen feiern die Dudenhöfer am Besten: Das bewiesen Männerchor, Frauenchor und Musikverein in ihrer „Narrisch Singstunn“. Indianerhäuptling Karl-Heinz Kühnle präsentierte einen bunten Mix aus Monstern und Missionaren, Putzfrauen und Piraten.

Mitreißende Gesangsnummern sind ein Markenzeichen der „Singstunn“. Da dürfen die Kinder rocken und rappen („Das geht ab, wir feiern die ganze Nacht“) und die Laternchensänger des Männerchors pflegen deutsches Liedgut mal ganz anders. Sie singen von Höhenflug und Niedergang der Westerwelle-Partei („Adieu FDP“) und vom Euro-Rettungsschirm („Unser Geld geht nach Athen“), alles zur pointierten Klavierbegleitung von Winfried Siegler. Dem italienischen Regierungschef gilt ein herzhaftes „Adio Berlusconi“, dem Hessen Roland Koch rufen die Sänger nach: „Roland komm bald wieder, bald wieder zurück“. Und das garstige Gutenachtlied für brave Bürger geht so: „Lalelu, beschissen wirst am Ende nur du.“

Als Missionare in der Kapuzinerkutte lasen Harald Deichmann und Rudolf Vogl den Rodgauern die Leviten. Deichmann geißelte 45 Enthaltungen im Stadtparlament als Arbeitsverweigerung, erinnerte an das Hickhack um die Stadtratswahl und sah angesichts verbaler Tiefschläge nur noch Sodom und Gomorrha: „Wer‘s hier länger aushält, den kann man überall für Bösartigkeiten gebrauchen.“ Starkes Selbstbewusstsein der Dudenhöfer Vereinswelt sprach aus seinem Appell an Bürgermeister Hoffmann: „Wir wollen gewiss nicht mehr als uns zusteht, doch Rodgaus Schlusslicht wollen wir nicht werden.“

„Beinhart wie‘n Rocker“: Eben noch im Nonnengewand, geht beim Kinderchor der Punk ab. Chorleiterin Theresia Uglik verwandelt sich im Nu von der Äbtissin zur Rocker-Resi.

Dass Dudenhofen sich keinesfalls verstecken muss, zeigten die TSV-Showtanzgruppen „Step Touch“ und „Chapeau Claque“. Ihren Stühletanz und den kessen Charleston wollten viele Zuschauer gleich nochmal sehen. Um eine Zugabe kam auch das Männerballett nicht herum. Eine humorvolle Glanzleistung bot der Frauenchor mit seinem Putzfrauentanz. Eine Parodie auf die Fernsehserie „Die glorreichen Sieben“ hatte bereits zum Auftakt des Abends für ausgelassene Stimmung gesorgt.

Auswärtige Gäste ergänzten die Narrenshow, darunter Gardetänzerin Ilene Kelly aus Neu-Isenburg, das Heimatbund-Ballett I aus Seligenstadt und Charly Engert als „Bodo“ aus Offenbach. Ein Brüller waren Lutz Murmann und Klaus Müller als „erstes Dudenhöfer Prinzenpaar“. Ralf Knöpp trat im Zwiegespräch mit Musikvereinsdirigent Rainer Fenchel auf.

Quelle: op-online.de

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