Busfahrplan kein Kinderspiel

Jügesheim - (eh) Ein kleines Missverständnis hat bei rund 40 Kindergartenkindern und ihren Eltern für große Aufregung gesorgt. Von einem Ausflug nach Seligenstadt fuhren die Kinder am Donnerstag nicht wie geplant im Bus nach Hause, sondern mussten mit Autos abgeholt werden.

Die Eltern warteten in Jügesheim vergebens an der Bushaltestelle auf ihre Sprösslinge: Der Bus kam, doch ohne Kinder. Das weckte Erinnerungen an ein Ärgernis im letzten Jahr. Bereits damals hatte die Rückfahrt aus Seligenstadt nicht geklappt. Damals war ein Busfahrer der Linie 99 an der Haltestelle vorbeigefahren und hatte die Kinder stehen gelassen. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) entschuldigte sich und zahlte den Fahrpreis zurück.

Doch diesmal hatte die Panne eine andere Ursache: Bei der Planung der Rückfahrt war eine Erzieherin auf dem Busfahrplan in der Spalte verrutscht - ein „Versehen“ im wahrsten Sinn des Wortes. An Schultagen fährt der Bus nach der sechsten Stunde eine etwas andere Strecke als in den Ferien. So wartete die Kindergruppe um 13.35 Uhr an der evangelischen Kirche auf einen Bus, der jedoch ganz woanders abfuhr - nämlich an der Giselastraße.

Eine Stunde Warten auf den nächsten Bus wollten die Erzieherinnen aber weder den Kindern noch den Eltern zumuten.

Wo Menschen arbeiten, passieren auch mal Fehler“, bittet Stefan Jaud vom Amt für Kinder, Familie, Senioren und Soziales der Stadt Rodgau um Verständnis. Die Erzieherinnen hätten den Busfahrer auf der Hinfahrt sogar eigens noch nach der Abfahrtszeit für den Rückweg gefragt. Dass sich die Zeitangabe auf eine andere Haltestelle bezog, fiel offenbar keinem der Beteiligten auf.

Bereits beim Einsteigen hatte es eine Missstimmung gegeben, weil vor der angemeldeten Gruppe der Kita Nordring bereits eine nicht angemeldete Schulklasse im Bus saß. Schließlich fanden doch noch alle Kinder Platz.

Der Tag hatte schon mit einer Aufregung begonnen, denn Einbrecher hatten in der Nacht zuvor ein Fenster des Kindergartens aufgehebelt, Schränke geknackt und eine ziemliche Unordnung angerichtet. Neben zwei Funktelefonen und etwas Bargeld klauten die Übeltäter auch 50 Frikadellen, die die Kinder eigentlich zum Mittagessen auf ihren Ausflug mitnehmen wollten. „Das spricht für die Qualität unserer Küche“, kommentiert Stefan Jaud.

Abgesehen von der improvisierten Heimfahrt sei der halbe Tag in Seligenstadt „wieder ein sehr schöner Ausflug“ gewesen: Mit Brotbacken im Kloster, Besichtigung des Kräutergartens und einem Picknick im Freien - wenn auch ohne Frikadellen.

Quelle: op-online.de

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