Caritas berät

Miese unterm Tannenbaum

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Die Caritasberater Barbara Schöner, Janina Staudt und Beratungszentrumsleiter Karlheinz Busse kümmern sich auch um Schuldner und deren Nöte.

Rodgau - Mit Weihnachten kommt das Fest der Geschenke. Da wollen viele, vor allem Eltern, den Kindern und der Familie möglichst alle Wünsche erfüllen. Wer seine Finanzen nicht im Griff hat, gerät in Gefahr, noch tiefer in die Miesen zu rutschen.

Der Caritasverband kennt viele solche Fälle und berät Schuldner. Gibt es einen Ausweg? Die Verlockung ist groß, bei Null-Prozent-Finanzierungen, wie die Werbung sie anbietet, zuzuschlagen. Schließlich sollen unterm Christbaum reichlich Geschenke liegen. Dann folgen sechs Monate später die Mahnungen. „Eine bestimmte Risikogruppe ist nicht auszumachen“, wie Barbara Schöner, Sozialarbeiterin im Caritas Beratungszentrum Ost in Nieder-Roden, erklärt. Viele Probleme beginnen aber bei Personen ab 20 Jahren mit Handyschulden oder steigenden Kosten bei Online-Spielen. In die ganz großen Miesen kommen meist Bürger im Alter von 30 bis 50 Jahren. „Da ist der Nachwuchs entweder im Kommen oder wird älter. Dadurch steigen die Ausgaben“, so Janina Staudt, Sozialpädagogin der Caritas. „Viele kennen dabei ihre Rechte gar nicht und denken, sie müssten nach der ersten Mahnung direkt ins Gefängnis.“ An diesem Punkt beginnt die Caritasberatung, die dem Schuldner die eigenen Rechte beibringt und versucht, die Klienten zu beruhigen.

Hauptursachen für Schulden sind Arbeitslosigkeit, Trennung und schwere Erkrankung. Nur in wenigen Ausnahmen besteht das Problem aus der Kaufsucht. Eine gute Schuldnerberatung kann aber Lösungen aufzeigen, die überschuldete Menschen aus ihrem Loch ziehen. Mit der Zahlung von drei Raten entfällt dabei rein rechtlich erstmal der Betrugsvorwurf, erläutert Janina Staudt. Das Beratungszentrum Ost in Nieder-Roden leistet dabei herausragende Arbeit und hat erfahrungsgemäß bei den Gläubigern von Beginn an einen guten Ruf.

„Wir werden als sehr glaubwürdig wahrgenommen“, so Barbara Schöner. In den letzten vier Jahren konnte die Beratung die Insolvenzverfahren ihrer Klienten um zwei Drittel von zuvor ungefähr 140 auf 50 Fälle senken. Pro Klient reichen dabei rund drei bis fünf Beratungsgespräche. Parallel bietet die Caritas auch eine psychosoziale Beratung, da viele Menschen mental nicht mit dem Thema Schulden klarkommen. Während die Beratungsstelle der Caritas die Schuldnerhilfe kostenlos anbietet, gibt es jedoch auch gewerbliche Schuldenregulierer, die Profit aus den Geldproblemen zu schlagen versuchen, mit kostenloser Erstberatung werben, doch durch hohe Bearbeitungskosten im Endeffekt selbst zum Gläubiger werden.

Viele Menschen verbindenden Begriff Schulden mit schuldig sein. Jeder zehnte Deutsche ist jedoch verschuldet und dies meist völlig schuldlos durch schwere Krankheiten oder plötzlichen Lohnrückgang. Da hierbei nicht nur finanzielle, sondern auch psychische Belastungen entstehen können, sei es keine Schande, sich an Beratungszentren zu wenden, wirbt die Caritas.

vas

Quelle: op-online.de

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