Carsharing in Rodgau startet im nächsten Jahr

E-Auto steht für viele Fahrer bereit

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Mitten in Jügesheim tankt ein Elektroauto seine Batterien auf. Der hellgrüne BMW i 3 steht ab Anfang 2018 als Carsharing-Auto bereit. Der Testbetrieb hat begonnen.

Rodgau - Die Energieversorgung Rodau GmbH (EVR) steigt ins Carsharing-Geschäft ein. Ein Elektroauto steht am Rathaus für Kurzzeitnutzer bereit. Zunächst läuft ein Testbetrieb mit den Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Im nächsten Jahr steht der BMW i 3 allen Bürgern zur Verfügung.

„Es geht uns zunächst darum, Nachfrage zu wecken“, sagt Dirk Schneider, einer der beiden EVR-Geschäftsführer. Wie viel die Nutzung des hellgrünen Flitzers kosten wird, stehe noch nicht fest: „Es wird ein sehr günstiges Angebot sein.“ E-Mobilität sei „nichts, was sich im ersten Jahr rechnet“. Zunächst testen Angestellte und Beamte der Stadt das Carsharing-System. Während der Arbeitszeit können sie den BMW für Dienstfahrten buchen und nutzen, nach Feierabend und am Wochenende auch für private Fahrten. Die Erfahrungen sollen in das endgültige Angebot einfließen.

Um das Auto zu buchen und aufzuschließen, braucht man ein Smartphone. Die App zeigt den Standort des Autos, den Ladestand der Batterien und bereits gemeldete Schäden. Wer als Mieter einen neuen Kratzer oder einen anderen Schaden entdeckt, kann gleich ein Foto hochladen. Der Kunde wird auch aufgefordert, die Sauberkeit zu bewerten: „Beim Hinweis ,stark verschmutzt’ bekommen wir eine Nachricht“, erklärt Christian Giron von der Maingau Energie GmbH.

So geht’s: Christian Giron von der Maingau Energie GmbH demonstriert den Buchungsvorgang auf dem Smartphone.

Nach dem Aussteigen und Abschließen des Wagens (wieder per App) bekommt der Nutzer angezeigt, wie viel die Fahrt gekostet hat. Am Rathaus steht auch die erste öffentliche Stromtankstelle in Rodgau. Dort können zwei Elektroautos gleichzeitig mit jeweils 22 Kilowatt tanken. Bis Mitte nächsten Jahres will der lokale Energieversorger weitere 19 Ladesäulen im Stadtgebiet errichten. Die Stromtankstellen setzten „den Impuls, der erforderlich ist, um die E-Mobilität voranzutreiben“, sagt Bürgermeister Jürgen Hoffmann in seiner Funktion als EVR-Aufsichtsratsvorsitzender. Nachdem der Bund am Jahresanfang ein Förderprogramm für E-Zapfsäulen aufgelegt habe, sei es der EVR und der Stadt in kurzer Zeit gelungen, geeignete Standorte von Weiskirchen bis Rollwald festzulegen. Rodgau nehme eine Vorreiterrolle ein: „In keiner anderen Stadt in der Region ist bislang die Errichtung von gleich 20 Ladesäulen in sechs Monaten geplant.“

Carsharing in Europas Städten: Ein Modell für Touristen?

In den ersten Wochen kann man am Rathaus kostenlos die Batterien aufladen, wie EVR-Geschäftsführer Schneider bestätigt: „Wir sind dabei, den Autostrom zu kalkulieren. Es ist unsere Absicht, ihn sehr günstig anzubieten.“ Ab 1. Januar werde der Tarif verfügbar sein. EVR-Kunden könnten dann zum gleichen Preis an 2 000 Ladestationen im Bundesgebiet tanken. Geplant sei, dieses Netz im nächsten Jahr um weitere 2 000 Stationen zu erweitern.

Die Energieversorgung Rodau hat rund 180 000 Euro investiert, um die E-Mobilität in Rodgau anzuschieben. Jede der 20 Ladesäulen kostet mit Installation 12 000 Euro; dazu gibt es einen Bundeszuschuss von 40 Prozent. Der Elektro-BMW kostete 35 000 Euro.

„Wir wollen der Elektromobilität in Rodgau Dynamik verleihen“, sagt Stadtwerke-Chef Dieter Lindauer in seiner Eigenschaft als EVR-Geschäftsführer. Sein Kollege Dirk Schneider wirbt: „Man muss das einfach einmal selbst ausprobieren, kein eigenes Auto zu fahren, sondern in seinen mobilen Arbeitsalltag neben Bus und Bahn auch Carsharing einzubauen.“ Bei Bedarf werde das Unternehmen weitere Elektroautos bereitstellen. Begeistert berichtet Bürgermeister Hoffmann vom Fahrgefühl mit dem Elektro-BMW: „Es macht Spaß, damit zu fahren.“ (eh)

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Quelle: op-online.de

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