Schülerfirma produziert Kalorien

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So lecker sieht das aus, wenn die Catering-Schüler der Geschwister-Scholl-Schule backen. Zweite von links: Ideengeberin Cornelia Ott-Tebbe.

Hainhausen (pep) - Die Gründung einer eigenen Firma als Vorbereitung aufs Berufsleben ist ein Projekt der Geschwister-Scholl-Schule, um Hauptschüler im Rahmen des Hauswirtschafts-Unterrichts für ihre Zukunft zu unterstützen.

Bereits seit drei Jahren besteht die Aktion, die mit den siebten Klassen beginnt und inzwischen auch den Jahrgang neun umfasst. Die erste Firma hatte Ketten und Schmuck hergestellt und ist in einer Catering-Firma aufgegangen. Bereits zwei Mal wurden zu Basaren und Märkten Geschenke aus der Küche angeboten, etwa Marmelade und Gebäck.

Inzwischen ist das Schul-Catering bei der Veranstaltung von Konzerten oder etwa dem Tag der offenen Tür nicht mehr wegzudenken. „Wir haben alle Hände voll zu tun“, freut sich die Leiterin Cornelia Ott-Tebbe, die als Seniorchefin in der Firma das Sagen hat und mit Eigenkapital die Firma ins Leben rief. Derzeit sind zwei Klassen mit jeweils 20 Schülerinnen und Schülern beteiligt. Sie erledigen die anfallenden Arbeiten nach Einteilung. Eine feste Stammgruppe kümmert sich um die Backwaren.

Mädels überwiegend in der Küche

Während die Mädels überwiegend in der Küche stehen, übernehmen die Jungs die Organisation, die Bestellungen, Bedienung, Kasse und die schweren Räumarbeiten. „Jeder macht das, was er am besten kann“, erklärt die Chefin die Arbeitsteilung, die die Jugendlichen selbstständig vornehmen.

Von Eltern und dem Lehrerkollegium werden inzwischen sogar Bestellungen über das Internet angenommen. Oftmals kommen auch Anfragen, wenn ein Kollege Geburtstag hat und etwas zu Essen ausgeben möchte. Doch das ginge dann deutlich über den zeitlichen Rahmen der Schüler hinaus.

Unterricht vorgesehen und verpflichtend

Vorgesehen und verpflichtend sind drei, beziehungsweise zwei Stunden Unterricht in der Woche. Daneben investieren aber fast alle sehr gerne noch weitere Freizeit in das Projekt. In der Firma gibt es echte Arbeitsverträge, und sogar eine Überschussbeteiligung wurde bereits schon einmal ausgezahlt. Ansonsten fließen 40 Prozent der Erlöse in die Firma als Rücklage zurück, der Rest geht an die jeweilige Klasse, die darüber im Sinne ihrer Firma verfügen kann.

Von dem Gewinn wurde bereits ein neuer Backofen gekauft, den die Schule wegen gekürzter Mittel nicht selbst finanzieren konnte. Als nächstes muss eine große Tiefkühltruhe angeschafft werden. Aber auch Fortbildungen werden von dem Geld in Anspruch genommen, so etwa ein Besuch im „Maggi-Kochstudio“. So sollen die jungen Unternehmer lernen, dass es neben den laufenden Ausgaben auch notwendig ist, in neue Maschinen und Weiterbildung zu investieren. Selbst der „normale Geschäftsverlust“ muss bedacht werden, etwa wenn die Plätzchen im Ofen verbrannt sind.

Quelle: op-online.de

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