Christkind aus der Krippe entführt

+
Küsterin Susanne Mahr zeigt das „adoptierte“ Jesuskind. Es hat in der Krippe nun seinen Platz eingenommen.

Jügesheim (bp) ‐ Das neue Jahr beginnt für die katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus mit einem Entführungsfall. Unbekannte haben am vergangenen Donnerstag zwischen 15 und 18.30 Uhr aus der Weihnachtskrippe das Christuskind samt Futterkrippe gestohlen.

Die Diebe legten auf den leeren Platz, an dem Futterkrippe und Kind standen, eines der Schafe, das zu dem Ensemble gehört. Zurück blieb als Spur der Tat lediglich ein Abdruck im Moos, das als Dekoration dient. Ein Schnitzkünstler aus Bensheim an der Bergstraße hatte die Figurengruppe im Jahr 1922 angefertigt.

Es wurde nichts beschädigt, die Täter gingen behutsam vor. Und sie müssen sich Zeit genommen haben. Denn das Christkind hat seinen Platz traditionell im hinteren Teil der in Terrassen angeordneten Krippe. Sie steht auf einem großen Holzpodest. „Da muss man sich schon einen Stuhl holen und dann vorsichtig hochkrabbeln“, beschreibt Küsterin Susanne Mahr das wahrscheinliche Vorgehen der Figurendiebe.

2007 kamen bei Ausstellung Holzfiguren weg

Eine Familie entdeckte den Diebstahl, als sie die Kirche nachmittags besuchte. Die Tatzeit lässt sich aufgrund der Beobachtungen von Zeugen auf wenige Stunden eingrenzen. Schon einmal hatte es in St. Nikolaus einen solchen Fall gegeben. Nach der Erinnerung von Susanne Mahr war die Heilige Familie damals aber nach und nach wieder aufgetaucht. Auch in der Nachbargemeinde Urberach gab es einen Krippendiebstahl.

Das entführte Original: Christuskind und Futterkrippe sind gestohlen worden.

2007 kamen bei einer Ausstellung in der St.-Gallus-Kirche Holzfiguren weg. Und die Nazariusgemeinde Ober-Roden schützt ihre Krippen täglich mit einer Krippenwache. Zum Glück wurde in Jügesheim inzwischen Ersatz gefunden. Ein Gemeindemitglied hörte im Jahresabschlussgottesdienst von dem frechen Frevel. Die Dame aus Weiskirchen hatte zuhause ein aus Spanien stammendes Christuskind übrig und brachte die blond gelockte Figur noch am Silvesterabend in die Sakristei der Jügesheimer Nikolauskirche.

Dort nahm Küsterin Susanne Mahr das „Adoptivkind“ freudig in Empfang. Sie baute ein weiches Nest aus Stroh und Bast und legte das Jesuskind an seinen Platz in die Krippe am Seiteneingang. Jetzt können die heiligen drei Könige am Donnerstag getrost kommen...

Quelle: op-online.de

Kommentare