Circus Barus am Parkplatz des Badesees

Kunststücke und Feuershow

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Vier Araber dirigiert Zirkusdirektor Marco Giovanni Barus persönlich. 

Nieder-Roden - Wenn auf dem Badesee-Parkplatz Pferde und Ziegen grasen, Kamele wiederkäuen und das Lama aus Argentinien wachsam den mexikanischen Esel beäugt, dann ist der Zirkus in der Stadt.

Nicht oft und nicht überall zu sehen: Hula-Hoop mit bis zu zehn Reifen.

Wie im vergangenen Jahr hat die Artistenfamilie Frank zwischen Rodgau-Ringstraße und Strandbad die Zelte ihres Circus Barus aufgeschlagen. Am Samstag gab es die erste Vorstellung, bis Freitag heißt es täglich „Manege frei“.
Dieser beiden Worte bedient sich Marco Frank (42) mit Vorliebe, wenn er in die Rolle des Zirkusdirektors Marco Giovanni Barus schlüpft und, klassisch in dekorativer Livree, eine Sensation nach der anderen ansagt. Die da waghalsige Kunststücke, staunenswerte Jonglagen oder lustige Tier-Revuen präsentieren, gehören größtenteils zur Familie. Franks Frau Bianca ist ebenso dabei wie Tochter Alice-Belinda (19), als Trapezkünstlerin die „Königin der Luft“. Schon als Zweijährige führte sie mit Papa in der Manege Handstände vor.

Ihre Schwester Aloma-Tatjana (15) hat wie der Vater ein Faible für Tiere und glänzt dieses Jahr nicht nur mit einem Ziegen- und Eselbalett, sondern auch mit einer neu ins Programm genommenen Hunderevue. Sohn Marcello ist der Clown, der mit seinen Späßen immer wieder das Publikum einbezieht, sich mit seinem Vater beim Manege-Kehren kabbelt und die Zwei-Stunden-Show auch eröffnen darf. Mit 22 Jahren ist er der Älteste der achten Zirkus-Familiengeneration, die das 1812 in Schwerin gegründete Unternehmen führt.

Die großen Tiere dirigiert und animiert der Chef gern selbst – Kamel und Dromedar im majestätischen Defilee, den riesigen Friesen „Artus“, nach der Pause im drolligen Duett mit einem Zwerg-Pony, vier Araber-Hengste in Formation. Rund 50 Vierbeiner führt der Zirkus in seiner Kolonne – 19 Transporter zuzüglich Wohnwagen – mit. Ihre Gehege und Unterstände werden laut Frank nach der Ankunft an einem neuen Spielort immer zuerst aufgebaut, damit sie die engen Fahrzeuge so schnell wie möglich verlassen können.

Sein Zirkus fahre mit der lebenden Fracht auch nie weiter als eine Tagesreise, versichert der Chef. In Nieder-Roden auf der großen, teils mit Gras bewachsenen Parkfläche am See fallen die Koppeln nach seinen Worten stets besonders großzügig aus: „Hier haben wir so viel Platz wie selten“. Einen Eindruck von den Tier-Quartieren und seinen Bewohnern können sich Besucher in den Vorstellungspausen verschaffen. Dort lernen sie auch die Berberaffen kennen, die dem Circus Barus eine gewisse Berühmtheit beschert haben.

Sehenswert sind freilich auch die Darbietungen der Zweibeiner. Artistik am Trapez gibt es mehrfach zu sehen. Eine Akrobatengruppe aus der Gegend von Hannover führt gewagte Kunststücke auf der Rollenwippe und wackligen Postamenten vor, auch einen furiosen Tanz mit zehn Hula-Hoop-Reifen gleichzeitig gibt es zu sehen. Zu den Hauptattraktionen zählt die spektakuläre Feuershow der Gruppe „Carissima“, die erstmals mit Barus auf Tournee ist.

„Klassisches Zirkusprogramm“, skizziert Marco Frank sein Konzept. „Den Leuten gefällt’s“ – nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, wo das Familienunternehmen laut Frank mehrere Stamm-Spielorte hat, sondern bundesweit. Die Saison ist nach seinen Worten bis Jahresende durchgeplant, wenn Barus in Hanau wie jedes Jahr zum Weihnachtszirkus wird.

In Nieder-Roden steht das Zelt noch bis zum kommenden Freitag, 13. April, die Vorstellung beginnt täglich um 15 Uhr. Für junge Zirkusfans ist Freitag, der 13., übrigens ein Glückstag: In Begleitung je eines zahlenden Erwachsenen hat jedes Kind freien Eintritt. (zrk)

Quelle: op-online.de

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