Guter Einfall zur richtigen Zeit

Für den Corona-Schutz: Schreiner fertigt auf Maß Schutzscheiben an

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Schreinermeister und Kunststofftechniker Manuel Amerschläger hat eine gute Idee zur rechten Zeit realisiert.

Die Krise birgt auch Chancen. Dass dies keine hohle Phrase ist, beweist ein Weiskircher Handwerker.

  • Coronavirus breitet sich in Hessen aus
  • Schreiner aus Rodgau reagiert blitzschnell auf die Corona-Krise
  • Er produziert Schutzscheiben für vielfältigen Einsatz

Rodgau – Schreinermeister Manuel Amerschläger hat blitzschnell auf die neuen Herausforderungen und Bedürfnisse reagiert, die die aktuelle Lage produziert. Als er am Dienstag in der Apotheke St. Peter für seine Oma Arznei holte, drängte sich ihm beim Warten sofort der Gedanke auf: Für den Schutz des Personals und der Kunden muss man was tun.

Schreiner aus Rodgau produziert Corona-Schutzscheiben 

Also schnell die Pillen eingepackt und zurück in die Firma an der Röntgenstraße, eine Zeichnung gemacht, die Fräsmaschine programmiert, das Material eingespannt – und fertig war der Prototyp für eine mobile Schutzscheibe. Sie besteht aus Acryl und zwei Füßen als Sockel. Der Virenschutz ist transportabel und damit universell einsetzbar. Zum Beispiel an Supermarktkassen oder auf dem Schreibtisch.

Schutzscheiben gegen Coronavirus aus Rodgau: Kassierer können geschützt werden

„Die Technik hier bei uns macht’s aber möglich, dass wir nach Maß auch weit größere Schutzscheiben herstellen können“, erläutert der 24-Jährige Handwerksmeister die Vorzüge seiner programmierbaren Portalfräse. „Wir können ganze Kassenbereiche umbauen.“

Mit „wir“ meint der junge Mann seinen Vater Sven und seinen Opa Herbert. Der gründete 1963 die Schreinerei in Mühlheim und zog fünf Jahre später mit seiner Herba GmbH nach Weiskirchen. Spezialisiert ist der Betrieb auf Einbaumöbel und Heizkörperverkleidungen aus Holz und – neu – aus Messinggitter, das auch verchromt werden kann.

Schutzscheiben gegen Coronavirus aus Rodgau: Produktion dauert nur wenige Minuten

Manuel Amerschläger lernte im Betrieb seines Opas und machte sich am selben Standort 2019 mit seiner Firma amertec als Kunstsofftechniker selbstständig. Beim neu entwickelten Spuck-Schutz arbeitete die Familie Hand in Hand: „Ich hatte die Idee, hab’ die Maschine programmiert, mein Vater begann derweil im Internet und am Telefon schon mit der Kundensuche und Opa hat das Material beschafft.“

Die Produktion der Schutzscheibe dauert an der Fräsmaschine nur wenige Minuten. Die ausgefrästen Teile werden beim Produktionsprozess sogar entgratet, damit sich niemand verletzen kann.

VON BERNHARD PELKA

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Quelle: op-online.de

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