Dekanatskonzert zum Reformationsjubiläum

„Ein himmlisch’ Werk gewonnen“

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„Take 5“ aus Jügesheim heizte dem Publikum kräftig ein.

Dudenhofen - „Die Musik ist eine Gabe und ein Geschenk Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht die Menschen fröhlich. “ So beschrieb Martin Luther die Bedeutung der Musik für Glaube und Gemüt.

Genau zu diesem Zweck gaben Gesangs- und Musikgruppen aus dem evangelischen Dekanat Rodgau am Sonntag ein Reformationskonzert mit 170 Mitwirkenden. Dass alle Menschen auch aktiv an der Musik teilhaben dürfen, gehöre noch heute zu den großen reformatorischen Impulsen, so Dekanatskantor Christian Müller, der zusammen mit seiner Kollegin Dorothea Baumann das Konzertereignis organisiert hatte.

Wie spürbar dieser Impuls noch 500 Jahre später ist, sagt Dorothea Baumann, ließ sich in der evangelischen Kirche Dudenhofen erleben. Bands, Chöre und Posaunenchöre boten ein buntes Programm. Pfarrerin Christina Koch moderierte das gut zweistündige Konzert mit viel Witz und Charme. Dekan Pfarrer Carsten Tag eröffnete das Konzert mit einem Grußwort und dankte allen Aktiven für ihr Engagement.

„Der Gemeindegesang wurde von der ‚Wittenberger Nachtigall‘, wie Luther wegen seiner vielen Lieddichtungen genannt wurde, als ‚singende Verkündigung des Evangeliums‘ hoch geachtet“, erklärte der Dekan weiter. Luther selbst war ein geübter Sänger und Lautenspieler. Als Komponist und Lieddichter hat er die reformatorischen Glaubenssätze zu Musik verdichtet. Seine Lieder sowie die seiner Anhänger entfalteten große Wirkung und halfen bei der Ausbreitung der Reformation. Und sie gründeten damit eine ganz eigene protestantische Tradition der Kirchenmusik. Der nicht mehr lateinische Gemeindegesang ist seither ein wichtiger Teil des Gottesdienstes und der Liturgie.

Die Spannweite der Darbietungen des Abends indes reichte weit über das hinaus, was der Reformator kannte. Die Konzertbesucher wurden bereits beim Eintritt in das Gotteshaus mit Musik der Dekanatsband unter der Leitung von Boris Graupner und Elke Preising empfangen. Diese sorgte auch im weiteren Verlauf des Konzerts für Schwung und Frische.

Den Auftakt gestaltete „Cantus Novus“ aus Dudenhofen. Gemeinsam mit seiner Leiterin Pavlina Georgiev bestach der Chor mit modernen geistlichen Liedern aus den Federn von Hans-Joachim Eißler und dem im thüringischen Nordhausen lebenden Michael Kremzow.

Für groovige Sounds sorgte die Band „Soul Feeding“ aus Jügesheim, deren Musik zum Mitklatschen animierte. Ebenso die Songs der Band „Take 5“, die dem Publikum kurz vor dem Finale kräftig einheizte und sogar das ein oder andere Feuerzeug schwenken ließ. Festliche Klänge boten die Posaunenchöre aus Dudenhofen, Seligenstadt, Mainhausen, Hainburg und Urberach. Insbesondere deren lateinamerikanisch anmutende Rumba de Camino des 1984 geborenen Friedrich Weil wird in Erinnerung bleiben.

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Einen großen Bogen der Musik aus der Zeit Luthers bis heute spannten die Kantoreien Dietzenbach, Heusenstamm, Seligenstadt und Mainhausen sowie der Singkreis der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde und der evangelisch-methodistischen Gemeinde Mühlheim mit Werken von Luther, Telemann, Mendelssohn Bartholdy und Nagel.

Für Lacher sorgte das Ensemble „Saitensprung“ mit seinem Beitrag „Papst und Sultan“, der auf humorvolle Weise die Vor- und Nachteile beider Ämter verglich. Die Vereinigten Kirchenchöre Dietzenbach, bestehend aus den Kirchenchören der Christus-Gemeinde, der Martin-Luther-Gemeinde sowie der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin, sangen unter anderem eine heitere Variationsreihe über „Der Mond ist aufgegangen“ von Michael Kremzow, die das Lied mit bekannten Melodien wie „Moon River“ kombinierte.

Den Abschluss bildete ein gemeinsam mit Publikum und allen Mitwirkenden gesungener und gespielter Kanon „All Praise to Thee“ von Thomas Tallis, der spürbar werden ließ, was Luther einst sagte: „Wer sich die Musik erkiest, hat ein himmlisch Werk gewonnen.“

Quelle: op-online.de

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