Dreiste Diebe räumen Holzstapel ab

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Mit dem Zollstock zeigen Günter Kratz (links) und Harald Nenner (rechts), wie hoch der Holzstapel war. Kleines Bild: Vorstandsmitglieder an den Reifenspuren.

Dudenhofen (eh) - Holzdiebe haben offenbar in der Nacht zum Dienstag den Gesangverein Germania bestohlen. Sie „bedienten“ sich an den Brennholzstapeln, die an der Waldfreizeitanlage Gänsbrüh für die Holzversteigerung am Samstag bereitliegen.

Günter Kratz, der dort regelmäßig nach dem Rechten sieht, bemerkte den Diebstahl am Dienstagmorgen. Reifen- und Fußspuren erzählten die Geschichte des Diebstahls. Auch zwei Polizeibeamte schauten sich den Tatort an. „Die Diebe müssen zwei Mal dagewesen sein“, sagt Günter Kratz. Er vermutet, dass die Diebe ein Auto mit Anhänger benutzten.

Etwa sechs Raummeter Buchenholz fehlen. Vereinsrechner Günter Differenz beziffert den Wert des gestohlenen Holzes mit 350 Euro. „Das ist sehr ärgerlich“, sagt Sigrun Kraus, eine der drei Vorsitzenden des Gesangvereins Germania. Die Enttäuschung wiegt für sie schwerer als der materielle Verlust: „Mir tun die Männer leid, die sich damit geplagt haben, weil sie unserem Verein etwas Gutes tun wollten.“

Die Holzmacher der Germania hatten in den Wochen vor Weihnachten viel Zeit und Muskelkraft in die Arbeit investiert. Die starken Helfer um Wolfgang Walter hatten rund 50 Raummeter Buchenholz gesägt, gespalten und an der Gänsbrüh aufgesetzt. Das, was davon noch übrig ist, wird am Samstag, 14. Januar, um 13 Uhr meistbietend versteigert.

Diebe müssen in der Nacht ihr Unwesen getrieben haben

„Man kann es nicht Tag und Nacht bewachen“, sagt Günter Differenz. Dennoch geht er davon aus, dass sich die Täter den Schutz der Nacht zunutze machten: Tagsüber seien dort so viele Spaziergänger, Jogger und Radfahrer unterwegs, dass Diebe jederzeit mit Beobachtung rechnen müssten.

Die Holzdiebe kennen sich im Wald an der Gänsbrüh offenbar aus. Weil die Schranke an der Zufahrt zum Waldfestplatz verschlossen war, nutzten sie einen Schleichweg. Um weitere Diebstähle zu verhindern, wollten die Sänger noch gestern Abend zwei Baumstämme quer über die Waldwege platzieren.

Der nächtliche Holzdiebstahl war der zweite innerhalb von 18 Jahren. Beim ersten Mal, vor ungefähr zehn Jahren, wurde eine kleinere Menge Holz entwendet, „vielleicht ein halber Meter“, wie sich Sigrun Kraus erinnert.

Er habe ja schon vor Jahren so etwas befürchtet, sagt ihr Vater Paul Differenz. Bei der Germania gehörte er zu den Holzmachern der ersten Stunde. Noch bis vor vier Jahren hatte er bei der Aufbereitung des Stammholzes mitgearbeitet. In den ersten Jahren, als das Holz noch nicht maschinell gespalten wurde, hatte er tagelang die Axt geschwungen - ohne Handschuhe, um das schwere Beil unter Kontrolle zu haben. „Ich hab’ das immer gern gemacht“, erzählt Paul Differenz. Besonders gern erinnert er sich an die Zusammenarbeit mit Albert Walter (†), einem der „Erfinder“ der Holzversteigerung: „Wir haben immer zusammengeschafft.“

Quelle: op-online.de

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