Pfarrer Axel Mittelstädt besucht Pastoralkolleg in Indien

Direkter Kontakt ist wichtig

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Pfarrer Axel Mittelstädt (ganz rechts) besucht eine soziale Einrichtung in Indien, die sich um die Betreuung HIV-positiver Kinder kümmert. Dort werden auch Lebensmittelspenden übergeben.

Jügesheim - Sufi-Heiligtum, buddhistisches Kloster, Moschee, Hindu-Tempel: Der interreligiöse Dialog wurde zwei Wochen lang für Pfarrer Axel Mittelstädt von der Jügesheimer Emmausgemeinde in Indien ganz konkret. Von Simone Weil 

Der Stehkragen ist typisch für Indien: Das Hemd hat sich Pfarrer Axel Mittelstädt von der außergewöhnlichen Reise mitgebracht.

In einer Gruppe von 14 Pfarrerinnen und Pfarrern der Evangelischen Kirche Hessen und Nassau war er Teilnehmer eines Pastoralkollegs. Bereits beim Sichten der Fotos macht sich die Begeisterung bemerkbar, mit der der Pfarrer von seiner Reise spricht. Obwohl bereits einige Wochen ins Land gegangen sind, scheint Mittelstädt noch voll von Eindrücken und Erlebnissen zu sein. Dabei spielen vor allem Armut, Dreck und der unbändige Lärm eine große Rolle. Obwohl Orte wie Hyderabad mit mehr als 6,8 Millionen Einwohnern in der eigentlichen Stadt wuselig und schmutzig wirken, legen die einzelnen Menschen großen Wert auf ihr Erscheinungsbild. „Vor allem die Frauen in ihren bunten Saris sehen immer so adrett aus“, findet der Pastor. Außer zahlreichen Vorträgen über die verschiedenen Religionen und Besuchen in diversen sozialen Einrichtungen und einer muslimischen Universität, sind es die Begegnungen mit Menschen anderer Religionen, die ihn beeindruckt haben.

Auf einer bestimmten Ebene fällt es dem Pfarrer leicht, sich so zu treffen. Jedoch sei jeder von seinem eigenen Glauben überzeugt, räumt er selbstkritisch ein. So wird die Auseinandersetzung mit der anderen Religion letztlich zu einer Art Standortbestimmung und Suche nach der eigenen Position. Allerdings unterscheidet Mittelstädt zwischen Glauben und Religion. So hat er erlebt, dass Menschen im Glauben Hilfe bei der Lebensbewältigung suchen: „Etwas Elementares, das hilft, mit Angst und Hoffnungen umzugehen. Dazu gehören häufig auch Rituale.“

Imponiert hat dem Gottesmann, wie selbstverständlich in Indien der Glaube zum Alltag der Menschen gehört und wie er praktiziert wird. Dennoch ist er der Meinung, dass der Dialog nicht nur harmonisieren soll, sondern auch die ethische Ebene nicht ausschließen dürfe. „Wir müssen auch die Unterschiede benennen und schauen, wo wird es kniffelig“, findet Mittelstädt. In der Reihe „Kirche mal anders“ wird er am Sonntag, 30. April, um 17 Uhr in der Emmausgemeinde an der Berliner Straße in Jügesheim über seine Erlebnisse in Indien sprechen und vor allem auch Fragen beantworten. Gerne möchte der Theologe den interreligiösen Dialog auch in Jügesheim fortsetzen: „Wir haben hier in der Gemeinde noch nicht so viel mit dem Thema zu tun gehabt, doch der konkrete Kontakt ist wichtig.“

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Quelle: op-online.de

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