Netto zeigt Interesse an Grundstück

Discounter auf dem Sportplatz

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Wo sonst die Leichtatlethen der Sportvereinigung trainieren, möchte bald ein Discounter seine Waren anbieten.

Weiskirchen - Die Römerhaus Bauträger GmbH aus Schifferstadt möchte auf dem Vereinsgelände der Sportvereinigung Weiskirchen ein Altenpflegeheim mit 115 Betten bauen. Außerdem sind ein kleineres Gebäude für betreutes Wohnen und sechs Reihenhäuser geplant.

In einer Mitgliederversammlung ging es überdies darum, dass ein 3500 Quadratmeter großes Gelände, das der Verein seit 1974 von der Stadt gepachtet hat, an die Stadt zurück fällt. Dort möchte sich ein Lebensmittelmarkt ansiedeln.

„Wir warten händeringend auf die Baugenehmigung. Das Gelände ist an Römerhaus schon verkauft“, sagt Vorstandsmitglied Annemarie Jonas. Zur Frage, welcher Discounter nach Weiskirchen kommt, äußerte sie sich nicht. Es heißt aber in gut unterrichteten Kreisen, der zurzeit neben der Kirche beheimatete Netto werde umziehen, um seine Verkaufsfläche verdoppeln zu können.

„Nahversorgung sichern und verbessern“

„Wir möchten dort die Nahversorgung sichern und verbessern“, beschreibt Stadtsprecherin Sabine Fischer die Ambitionen der Kommune. Ob es sich bei dem Interessenten um Netto handele, wollte sie nicht sagen. Die Verhandlungen liefen noch.

Das Gelände, das künftig ein Discounter nutzen möchte, dient derzeit noch der Leichathletikabteilung der Sportvereinigung als Trainingsplatz. Während der Mitgliederversammlung erhielten die Athleten die Zusage, als Ersatz auf dem verbleibenden Vereinsgelände neue Anlagen (100-Meter-Bahn, Weitsprunggrube, Kugelstoßen...) zu bekommen. „Das Restgelände können Fußballer und Leichatlethen gemeinsam nutzen. Das kann man abstimmen“, ist Annemarie Jonas zuversichtlich.

Schon vor gut einem Jahr hatte eine außerordentliche Mitgliederversammlung den Vorstand der Sportvereinigung mit 26 : 2 Stimmen ermächtigt, etwa ein Drittel des Vereinsgeländes an Investoren zu verkaufen. Das Geschäft soll das finanzielle Überleben des Vereins sichern, dessen Liegenschaften in die Jahre gekommen sind. Albert Frühwacht, einer der beiden Vorsitzenden, hatte bereits in der Hauptversammlung im April 2012 angekündigt, dass es mit dem Grundstücksverkauf bald ernst wird. Vor sechs Jahren war erstmals im Gespräch gewesen, einen Teil des Geländes als Bauland zu verkaufen.

Idee eines Altenheims

Die Idee eines Altenheims im Norden Rodgaus stößt laut Frühwacht bei der Stadt auf Gegenliebe: „Für Weiskirchen und für unseren Verein ist es eine einmalige Chance, weit über das Finanzielle hinaus.“ Der Investor verfüge über mehr als 15 Jahre Erfahrung mit dem Bau und Betrieb von Altenpflegeheimen. Er habe überzeugende Referenzen vorgelegt. In einer großen Runde im Rathaus hatten die Verantwortlichen vor gut einem Jahr ihre Unterstützung zugesagt. Allerdings muss erst ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Die Lage zwischen Sportplatz, Kindergarten und Kinderspielplatz sei für ein Altenheim ideal. Alte Menschen wollten am Leben teilhaben. Das sei auf diesem „Traumgrundstück“ gewährleistet. Denkbar sei auch eine Kooperation mit den Kindergärten in Form regelmäßiger Besuche im Heim. „Wir könnten außerdem spezielle altersgerechte Gymnastik anbieten“, blickt Annemarie Jonas in die Zukunft.

Bereits vor mehreren Jahren hatten die Weiskircher mit einem Bauträger verhandelt, der Reihenhäuser und ein Mehrfamilienhaus errichten wollte. Damals war es jedoch nicht zu einem Abschluss gekommen.

Mit dem Verkaufserlös will die Sportvereinigung nicht nur ihre Schulden auf einen Schlag tilgen. Das Geld soll auch in die Lage versetzen, das Sportgelände zeitgemäß zu erneuern. Ein Beispiel: Am alten Hartplatz wurde seit Jahren nur noch das Nötigste gemacht. Es geht nicht nur darum, dort ein neues Spielfeld für die Fußballer anzulegen. Auch die anderen Abteilungen haben Wünsche und Ideen.

bp

Quelle: op-online.de

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