Drachenbau ist mit Papa am schönsten

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Rudolf Lein macht es vor. Mit Sohn Benjamin (11) lässt er das Sportgerät in den Himmel steigen.

Nieder-Roden ‐ Ein kurzer Zug an der Schnur, der Drachen schleift zwei Meter über den Boden und steht eine Sekunde später, vom Luftzug erfasst, mannshoch über dem Boden. Von Andreas Pulwey

Drachen steigen lassen macht gemeinsam am meisten Spaß, besonders wenn sich der Vater mit dem Sohn einige schöne Stunden gönnen will. Zuvor sollten sich Kaufwillige die Ratschläge der Drachenfreunde vom Club Aiolos aneignen.

Für die Fluggeräte der Marke Eigenbau bietet der Verein auf seiner Internetseite sogar eine Bauanleitung. Der Rodgauwind, wie ihn Vereinsmitglied Rudolf Lein liebevoll nennt, hat im Herbst meistens Windstärken zwischen drei und vier. Da bewegen sich Zweige, und loses Papier wird vom Boden gehoben. Für Otto Normaldrachenbauer ist das fast schon zu viel. Zwei Windstärken auf der Beaufortskala genügen, um einen gut gebauten Drachen in die Lüfte zu erheben. Aber was ist wirklich wichtig für den puren Flugspaß?

Hinweise in Fachmagazinen

Mindestens 30 Euro sollten auf die Theke gelegt werden, damit Kinder bei dem Freizeitvergnügen nicht unglücklich werden. Ist das Material nämlich zu preisgünstig gewählt, hebt das Gerät nur selten ab. Aus Kohlefaser oder Fieberglas sollten die Stäbe sein. Leichtes Flugtuch, auch Spinnaker genannt, mit einem Gewicht zwischen etwa 30 und 50 Gramm je Quadratmeter, gehört ebenfalls dazu.

Zur näheren Auswahl der Materialien bieten Fachmagazine qualifizierte Hinweise. Außerdem stehen die Mitglieder des Drachenclubs an den Wochenenden nachmittags am Badesee für Fragen parat. Dann gilt es individuell zu erproben, welcher Windstärke der Filius seine Kraft entgegenstellen kann. Rudolf Lein empfiehlt nicht mehr als 1,5 Quadratmeter Fläche bei einem Kinderdrachen.

Neben der Angriffsfläche muss auch die Flughöhe beachtet werden. Maximal hundert Meter dürfen es sein; beim Lenken durch Kinderhände sollten 30 bis 40 Meter nicht überschritten werden. Möglicherweise packt dann die ganze Familie das Drachenfieber, so wie es Drachen-Fan Leon Weidl erging. Beim jährlichen Drachenfest des Aiolos am Badesee vorbei geschaut, war das alte Fluggerät im Keller das richtige Anfängermodell. Heute vollführt der 14-Jährige mit seinem mehr als 200 Euro teuren Zweiliner-Trickflugdrachen die tollsten Kunststücke am Nieder-Röder Himmel.

Anfang mit kleinen Windrädchen

Flugkünste beobachteten kürzlich auch 20 Kinder der Kita Binger Weg. Mit dem Drachenclub Aiolos hatten die Kleinen bunte Fluggeräte gebaut und ließen diese am Himmel am Badesee tanzen. Als Ende August ein Tornado Hessen unsicher machte und beispielsweise in Schlüchtern Millionenschäden anrichtete, fragten die Kita-Kinder ihren Betreuerinnen Löcher zur Naturgewalt in den Bauch.

Kurzerhand gingen die Verantwortlichen das Thema Wind mit den Kindern durch. Angefangen bei kleinen Windrädchen, lernte die Gruppe 3 der Einrichtung mit ihren Betreuerinnen Lydia Mellinger und Monika Eigner schnell auch die schönen Seiten der Luftbewegung kennen.

Gemeinsam mit Tim Diederich, Mahena Lück und Klaus Deuser von den Drachenfreunden Aiolos bastelte der Nachwuchs den hauseigenen Drachen, und der Wind meinte es sehr gut, sowohl mit dem Flugobjekt als auch mit dem aufgemalten Lindwurm.

Quelle: op-online.de

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