Ruhe kehrt nur selten ein

Sekretariat als Drehscheibe für Informationen

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Im Sekretariat der Claus-von-Stauffenberg-Schule haben Stefanie Schäfer (links) und Klaudia Groß alle Hände voll zu tun. Langweilig wird es nicht und Ruhe kehrt nur selten ein.

Dudenhofen - Im Schulsekretariat der Claus-von-Stauffenberg-Schule fließen alle Fäden zusammen. Schulleitung, Lehrer und Schüler der gymnasialen Oberstufenschule des Kreises haben in Stefanie Schäfer und Klaudia Groß oft ihre ersten Ansprechpartner. Für unsere Serie gewährten sie einen kleinen Einblick in ihren Arbeitsalltag. Von Simone Weil

Fast unablässig geht die Tür auf. Manche klopfen, anderen treten ganz selbstbewusst ein, dann wieder schaut etwas zögerlich ein Schüler hinter der Tür hervor. Stefanie Schäfer und Klaudia Groß grüßen, hören zu, was der Besucher will, geben Formulare raus oder Informationen weiter. Freundlich und angenehm ist der Ton, der im Raum mit den sonnengelben Fensterrahmen herrscht. Die Wirklichkeit ist gänzlich anders als die einige Jahre alte Karikatur draußen vor der Tür: Sie zeigt eine verzweifelte Frau kurz vorm Nervenzusammenbruch am Telefon. Aus dem Hörer dringen Worte wie Quassel, Motz, Stöhn...

Reges Treiben ist an der Tagesordnung im Sekretariat, das zwischen Schulleitungs- und Stellvertreterbüro liegt. Das ist bei rund 700 Personen an der Schule auch kein Wunder. Die GOS, wie die Claus-von-Stauffenberg-Schule auch genannt wird, besuchen 630 Schüler im Alter zwischen 16 und 20 Jahren, außerdem sind dort 50 Lehrer beschäftigt und 20 abgeordneten Pädagogen, die nur stundenweise kommen. „Wir sind die Drehscheibe für Informationen“, sagt Stefanie Schäfer. Das Sekretariat ist das Herzstück der Schule. Dort gibt es Schulbescheinigungen, Formulare und immer wieder Auskünfte. Wann kommt die Schulleiterin, wo ist der Hausmeister und taucht nicht heute der Kollege auf, der in Elternzeit ist? Eine Schülerin hat ihre Jacke in der Turnhalle vergessen und sucht jemanden, der ihr aufschließt, zwei junge Frauen haben sich beim Sport verletzt und wollen wissen, was sie für die Unfallmeldung brauchen. „Wir helfen auch mit Pflastern, wenn die Mädels eine Blase von ihren Ballerinas haben“, erzählt Klaudia Groß.

Die 35-Jährige ist seit dreieinhalb Jahren an der Stauffenbergschule beschäftigt und versteht sich prima mit ihrer Kollegin, die die Einrichtung gut zehn Jahre länger kennt. Wenn Stefanie Schäfer in anderthalb Jahren in Ruhestand geht, will Klaudia Groß ihre Teilzeitstelle ausweiten. Zu den Aufgaben der Damen gehören Budgetverwaltung, Post bearbeiten, Briefe schreiben, Materialbestellungen und noch viel mehr. Die Arbeit ist abwechslungsreich und macht Spaß. Sauer wird Stefanie Schäfer nur, wenn jemand sie wie Dienstboten behandelt, wie etwa der Vater, an den sie sich ungern erinnert. Thema Nummer eins an der Schule ist im Moment das Abitur. Doch das sei an einer Oberstufenschule eigentlich immer Thema, „denn nach dem Abitur ist vor dem Abitur“, erklärt Stefanie Schäfer.

Abiplakate an der Claus-von-Stauffenberg-Schule: Bilder

Deswegen sind derzeit alle mit dem Abi-Gag beschäftigt und schon Tagen laufen die Schüler in merkwürdiger Bekleidung durch die Gegend. Eben schaut einer mit blonder Perücke, verspiegelter Pilotensonnenbrille und Hawaiihemd um die Ecke. Schüler kommen wegen einer Schulbescheinigung, dann muss noch der Schüler-Eltern-Brief an die Adressaten gebracht werden, der über Unterrichtsausfall ab dem 22. Mai informiert. Denn bei 150 Abiturienten stehen über 312 mündliche Prüfungen an. Zwei Schülerinnen wollen eine Freundin anmelden, der Hausmeister bringt eine Rechnung vom Klavierstimmer, ein Lehrer gibt seinen Urlaubsantrag ab und Stefanie Schäfer erinnert an die Durchsage wegen des Schüler-Eltern-Briefs nach der fünften Stunde: „Das dürfen wir nicht vergessen.“

Ein Schüler möchte eine Beurlaubung beantragen, ein anderer bringt seinen Fachwahlbogen später als mit ihm abgesprochen und muss sich deswegen eine mahnende Bemerkung anhören und ein Lehrer informiert die Sekretärinnen darüber, dass eine Schülerin in der Küche eine Arbeit nachschreibt. „Die bekommen dann auch mal einen Kaffee oder Pralinchen“, erzählt Klaudia Groß. Heute soll übrigens wenig losgewesen sein, erzählen die beiden Damen. Also mir hat es gereicht.

Quelle: op-online.de

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