Drei Kreuze für die Beliebtesten

Jutta Dahinten: Platz 1 der SPD. Foto:p

Rodgau - Der beliebteste Stadtverordnete in Rodgau ist Winno Sahm von Bündnis 90/Grünen. Der eloquente Diplom-Psychologe konnte am Sonntag 9 290 Wählerstimmen auf sich vereinen. Von Ekkehard Wolf

CDU-Spitzenkandidatin Margit Müller-Ollech kam auf 5675 Stimmen. Sie lag damit noch vor dem Erstplatzierten des Vereins „Zusammen mit Bürgern“ (ZmB), dem früheren Bürgermeister Alois Schwab (5 506).

Jeder zweite Wähler nutzte am Sonntag die Möglichkeit, Wunschkandidaten mit mehreren Kreuzchen zu unterstützen oder ungeliebte Bewerber zu streichen. Auf 50,7 Prozent der Stimmzettel wurde kumuliert und panaschiert; vor fünf Jahren hatten sogar noch 56,3 Prozent der Wähler ihre Stimmen so bewusst verteilt.

Ein Frauentrio setzten die Wähler an die Spitze der SPD-Fraktion: Jutta Dahinten (5239), Ute Seib und Heike Hoffmann. Der bisherige Fraktionsvorsitzende Stefan Vogler rutschte vom ersten auf den fünften Platz. Den größten Sprung nach vorn machte bei den Sozialdemokraten Edgar Ott: Als Nummer 18 der Liste landete er auf dem achten Platz.

Dr. Ludwig Schwab und Wilhelm Rossbach die „Shooting-Stars“

Eine Achterbahnfahrt erlebten die Kandidaten von CDU und ZmB. Die ausgeklügelten Reihenfolge der Bewerber war nach der Wahl kaum wieder zu erkennen. Das Auf und Ab erreichte oft zehn oder mehr Plätze.

Dr. Ludwig Schwab: 18 Plätze. Foto:p

Als „Shooting-Stars“ bei ZmB erwiesen sich Dr. Ludwig Schwab und Wilhelm Rossbach. Beide wurden um 18 Plätze nach vorne kumuliert. Alois Schwab schaffte es von Platz 16 an die Spitze.

Dass sich Popularität auszahlt, sieht man auch bei der CDU. Der Vorsitzende der Seniorenunion, Dieter Panckow, wurde vom aussichtslosen Ehrenplatz (42.) der Liste um 15 Stufen auf den 27. Platz befördert. Seine designierte Nachfolgerin Marianne Bruder rutschte hingegen vom dritten auf den 14. Platz. Einen Satz nach vorn machten der bisherige Hainhäuser Ortsvorsteher Ewald Simon (plus elf Plätze), Stadtrat und Geschichtsvereinsvorsitzender Helmut Trageser (plus zwölf), Karl-Heinz Mahr aus Dudenhofen (plus zehn) und Parlamentsneuling Martina Pietschmann (plus neun).

Vater und Tochter im Stadtparlament

Nur geringe Verschiebungen gab es bei kleineren Parteien. Bei der FDP profitierte Jan Böttcher von seiner Bekanntheit als Fußballer und verwies den Vollblut-Fraktionsvorsitzenden Heino Reckließ auf den dritten Platz.

Bei den Freien Wählern sitzen künftig Vater und Tochter im Stadtparlament: Karl-Heinz und Sandra Dauth.

Winno Sahm: 9 290 Stimmen. Foto:p

Geht man nach der absoluten Zahl der Stimmen, stellen die Grünen die neun beliebtesten Politiker. Selbst Guido Scheller auf Platz neun (6315) hat mehr Stimmen als die Spitzenkandidatin der CDU erhalten. Doch dieser Eindruck täuscht. Da die Grünen nur 18 Kandidaten nominiert hatten, werden die ersten neun automatisch bevorzugt. Das liegt an der Wahl-Mechanik: Bei allen Wählern, die nur die Liste ankreuzen, werden die 45 Stimmen von oben nach unten gezählt und dann wieder von vorn. Ein einziges Listenkreuz bringt jedem einzelnen Bewerber also mehrere Stimmen. Dieser Effekt wirkt sich auch bei den Linken aus. Ihrem Spitzenkandidaten Heiko Stenzel reichten 1310 Stimmen für einen Sitz im Parlament.

Quelle: op-online.de

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