Drei Tretroller als Dienstfahrzeuge

Hainhausen/Weiskirchen (eh) - Neue Wege geht die Betreuung der Münchhausenschule: Im nächsten Schuljahr teilt sie sich auf zwei Standorte auf, weil es in der Schule zu eng wird. Die Dritt- und Viertklässler gehen nach den Sommerferien nach Weiskirchen.

Der Umzug ins Christian-Zang-Haus ist für das Team mehr als eine Notlösung. Leiterin Jana Saß: „Wir sehen in dem Haus viele Chancen. “

Bereits seit Wochen bereiten sich Erwachsene und Kinder auf den Umzug vor. Dazu gehören auch regelmäßige Besuche bei den Umbauarbeiten in der ehemaligen Bücherei in der Schillerstraße 27 b. „Wir sind jeden Freitag mit den Kindern hinübergegangen, um zu sehen, wie weit sie sind“, berichtet Saß. Mitte Juni fand ein Elternabend in der Baustelle statt.

Der bevorstehende Umzug ist auch das Thema der Sommerferienspiele in der dritten Ferienwoche. Die Kinder bereiten Möbel und andere Gegenstände vor, die sie in die neuen Räume mitnehmen: „Sie machen ihren eigenen Umzug.“ Auch Eltern helfen nach Kräften mit, indem sie die neuen Räume putzen, dekorieren und einrichten.

Kinder in ihrer Selbstständigkeit unterstützen

900 Meter liegen zwischen der Münchhausenschule und dem Christian-Zang-Haus. Zu Fuß braucht man dafür zehn bis 15 Minuten. Schon jetzt haben sich die Kinder den neuen Fußweg zur Betreuung als „ihren“ Weg angeeignet. „Wir versuchen den Weg mit allen möglichen Arten zu erkunden“, erklärt Jana Saß: „Wie viele Minuten brauchen wir mit dem Roller, mit dem Fahrrad, zu Fuß?“ Der Schulförderverein hat für seine Mitarbeiterinnen eigens drei Tretroller als Dienstfahrzeuge angeschafft.

Anfangs werden die Dritt- und Viertklässler noch begleitet, später sollen sie die 900 Meter in Grüppchen selbst zurücklegen. Beim täglichen Schulweg läuft ja auch nicht jedesmal die Mama mit. „Wir wollen die Kinder (…) in ihrer Selbstständigkeit und ihrer Selbstorganisation unterstützen“, formuliert das Betreuungsteam. Die Einrichtung sei darauf ausgelegt. „Wir haben gute Erfahrungen mit der Übertragung von Verantwortung auf Kinder gemacht“, heißt es weiter. Beispiel Hausaufgaben: Im Christian-Zang-Haus wird es zwar einen Hausaufgabenraum mit einer Erzieherin geben, aber ihre Zeit teilen die Kinder selbst ein.

Verantwortung für das eigene Tun übernehmen

Verantwortung für das eigene Tun ist auch im Außengelände gefragt. Dort soll ab Sommer ein handwerklich ausgebildeter junger Mann an zwei Tagen pro Woche mit den Kindern an der Gestaltung des Geländes arbeiten. Damit die Schüler nicht zwischen beiden Standorten pendeln müssen, gibt es künftig nur noch einen festen Tag für Arbeitsgemeinschaften.

„Wir denken, dass wir ein gutes System ausgeklügelt haben“, meint Jana Saß. In der täglichen Arbeit gehe es um die Balance zwischen Behütet-Sein und Selbstständigkeit. Ein kleines Risiko sei nie auszuschließen: „Ein Dritt- oder Viertklässler, der andere Wege gehen will, findet sie auch heraus. Wir sind nie davor gefeit, dass sie an der Rodau spielen gehen und dass wir sie suchen müssen.“

Quelle: op-online.de

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